Der Anlagenbauer Krones will die Effizienz bei Getränkeabfüllern mit gezielten Technologie- und Servicelösungen steigern. Gestern berichtete das Unternehmen über den Einsatz neuer Anwendungsfälle im Werk von Coca-Cola in Halle.

Die dort implementierten Lösungen sollen ungeplante Stillstände vermeiden, Wartungsmaßnahmen gezielter planbar machen und die laufende Produktion weiterentwickeln. Das Vorhaben verdeutlicht das Bestreben des Konzerns, Kunden durch die Optimierung bestehender Linien eng an sich zu binden.

An der Börse spiegelte sich dieser Schritt zur Wochenmitte allerdings nicht in Kursgewinnen wider. Am Mittwoch schloss das Papier mit einem Minus von 1,7 Prozent bei 106,20 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang der im MDAX notierten Aktie damit auf 22 Prozent.

Portfoliobereinigung und neue Sterilisationstechnik

Das Projekt in Halle reiht sich in eine Reihe technischer und organisatorischer Weichenstellungen der vergangenen Tage ein. Am Dienstag gab Krones bekannt, die Aktivitäten im Bereich der Prozesstechnik konzernweit unter der gemeinsamen Leistungsmarke „Krones Processing“ zusammenzuführen. Damit sollen Angebote für die Herstellung, Verarbeitung und Aufbereitung entlang der Wertschöpfungskette transparenter und leichter zugänglich werden.

Bereits am Montag hatte der Konzern zudem das Contipure-D-Modul für die aseptische Sterilisation von Preforms vorgestellt. Die Neuentwicklung setzt auf ein skalierbares Multi-Level-Design. Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht die kompaktere Anlagenarchitektur variable Sterilisationszeiten und höhere Durchsatzleistungen bei der Abfüllung.

Zurückhaltende Kunden bremsen die Dynamik

Trotz der technischen Neuerungen sehen Branchenbeobachter das Marktumfeld mit Skepsis. Analyst Benjamin Thielmann von Bernstein Research nahm die Einstufung für den Konzern am 23. September mit „Market-Perform“ und einem Kursziel von 111 Euro auf.

Thielmann verwies dabei auf die Zurückhaltung von Getränkeherstellern und Abfüllbetrieben bei Investitionen angesichts steigender Kosten, insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum. Er stellte in diesem Zusammenhang sowohl das Umsatz- und Auftragswachstum für 2027 als auch das Umsatzziel für 2028 infrage.

Analyst Hans-Joachim Heimbürger von Kepler Cheuvreux zeigte sich am Montag etwas zuversichtlicher und hob die Einstufung von „Reduce“ auf „Hold“ an. Zugleich strich er den Titel von der Liste der am wenigsten bevorzugten Investitionsgüteraktien.

Heimbürger begründete diesen Schritt mit gesunkenen Bewertungsrisiken nach der vorangegangenen Kursschwäche. Allerdings verwies auch er auf ein anspruchsvolles drittes Quartal infolge der konjunkturellen Investitionszurückhaltung und äußerte strukturelle Bedenken hinsichtlich der Preissetzungsmacht des Maschinenbauers.