Maschinenbau ist nicht gleich Maschinenbau. Das beweist der direkte Vergleich zweier deutscher Industrie-Schwergewichte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite steht Krones, der unangefochtene Platzhirsch für Abfüllanlagen, der mit einer blitzsauberen Bilanz glänzt. Auf der anderen Seite lauert Dürr, der Anlagenbauer mit starker Auto-DNA, der zwar operativ kämpft, aber mit einer extrem günstigen Bewertung lockt.
Heute, am 30. Januar 2026, stellen sich Anleger die entscheidende Frage: Setzt man auf die Sicherheit des Qualitätsführers oder wagt man die spekulative Wette auf den großen Turnaround? Wir lassen die beiden Industriewerte im direkten Duell gegeneinander antreten.
Wer hat das Momentum auf seiner Seite?
Ein Blick auf den Chart verrät sofort, wer zuletzt die Nerven der Anleger geschont hat. Krones zeigt sich als robuste Konstante. Mit einem Kurs von 141,20 € und einem Plus von fast 11 % in den letzten drei Monaten unterstreicht die Aktie ihren Ruf als verlässlicher Performer. Selbst im Jahresvergleich steht ein solides Plus von über 9 % zu Buche.
Dürr hingegen gleicht einer Achterbahnfahrt. Zwar konnte die Aktie kurzfristig im Dreimonatszeitraum fast 12 % zulegen – ein Zeichen, dass Schnäppchenjäger aktiv wurden –, doch auf Jahressicht dominiert das Minus von rund 4,5 %. Während Krones also stetig klettert, sucht Dürr noch nach dem ultimativen Boden, um die Aufholjagd zu starten. Beide hinken jedoch dem breiten Sektor hinterher, was die Frage aufwirft: Wer von beiden hat mehr unentdecktes Potenzial?
Bewertung: Wo liegt das wahre Schnäppchen?
Hier wird das Duell besonders spannend. Wenn es rein um den Preis geht, den man für zukünftige Gewinne zahlt, dreht sich das Blatt dramatisch zugunsten des Herausforderers.
| Bewertungskennzahlen | Krones | Dürr |
|---|---|---|
| KGV (Forward) | 13,52 | 9,18 |
| EV/EBITDA | 8,05 | 6,11 |
| EV/Sales | 0,75 | 0,47 |
| KBV (Price/Book) | 2,21 | 1,53 |
| PEG-Ratio | 1,12 | 0,18 |
| Free Cash Flow Yield | ca. 6,0 % | ca. 16,3 % |
Der Zahlen-Check: Dürr ist auf dem Papier spottbillig. Ein Forward-KGV von knapp 9 und ein extrem niedriges PEG-Ratio von 0,18 signalisieren, dass der Markt hier kaum noch Wachstumserwartungen eingepreist hat – oder schlichtweg skeptisch bleibt. Besonders die Free-Cash-Flow-Rendite von über 16 % ist für Value-Investoren ein massives Ausrufezeichen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Krones?
Krones hingegen wird mit einem KGV von 13,5 und einem PEG von 1,12 fair, aber nicht günstig bewertet. Anleger zahlen hier eine deutliche „Qualitäts-Prämie“ für die Sicherheit und Vorhersehbarkeit der Erträge. Wer also den ultimativen „Deep Value“ sucht, kommt an Dürr kaum vorbei – muss aber die Risiken akzeptieren.
Qualität und Bilanz: David gegen Goliath?
Doch warum ist Dürr so günstig? Die Antwort liegt in der Bilanzqualität und der Profitabilität. Hier spielt Krones in einer völlig anderen Liga und demonstriert eindrucksvoll, warum Qualität ihren Preis hat.
| Qualitätskennzahlen | Krones | Dürr |
|---|---|---|
| Eigenkapitalrendite (ROE) | 15,02 % | 5,50 % |
| Kapitalrendite (ROIC/ROCE) | 15,63 % | 2,44 % |
| Verschuldungsgrad | 0,02 | 1,09 |
| Zinsdeckung (Interest Coverage) | 35,33 | 0,54 |
| Liquidität 3. Grades (Current Ratio) | 1,39 | 1,22 |
Der Qualitäts-Check: Krones ist eine finanzielle Festung. Mit einem Verschuldungsgrad von 0,02 ist der Konzern faktisch schuldenfrei. Die Zinsdeckung von über 35 bedeutet, dass Krones selbst in härtesten Krisenzeiten seine Verpflichtungen spielend bedienen kann. Zudem wirtschaftet das Unternehmen hochprofitabel mit einer Eigenkapitalrendite von 15 %.
Dürr hingegen offenbart hier seine Achillesferse. Ein Verschuldungsgrad von über 1 und eine alarmierend niedrige Zinsdeckung von 0,54 zeigen, wie eng der Spielraum ist. Das Unternehmen muss dringend profitabler werden, um diese Last zu tragen. Während Krones aus einer Position der Stärke agiert, kämpft Dürr an der finanziellen Front.
Wo liegt die Wachstumsfantasie?
Die Vergangenheit ist bekannt, doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Welches Unternehmen bietet die spannendere Story für die nächsten Jahre?
| Wachstumsindikatoren | Krones | Dürr |
|---|---|---|
| Umsatz-CAGR (2022-2024) | ca. 13,9 % | ca. 10,0 % |
| Erwartetes Gewinnwachstum | n.a. | 46,13 % p.a. |
| Book-to-Bill Ratio | 1,03 | 0,91 |
| Auftragsbestand | 4,3 Mrd. € | 4,2 Mrd. € |
Krones liefert beständiges Wachstum. Die Prognosen für 2025 sehen ein Umsatzplus von 7 bis 9 % vor. Das ist solide, aber keine Explosion. Die Book-to-Bill Ratio über 1 zeigt, dass die Auftragsbücher weiter wachsen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Krones?
Die wirkliche Kursfantasie liegt jedoch paradoxerweise bei Dürr. Analysten trauen dem Unternehmen ein Gewinnwachstum von über 46 % pro Jahr zu. Warum? Weil die Basis so niedrig ist. Gelingt der operative Turnaround und greifen die Effizienzmaßnahmen, könnte der Gewinn explodieren. Der Hebel ist hier ungleich größer als bei der stetigen Krones. Allerdings zeigt die Book-to-Bill Ratio von 0,91 (Stand Q3 2025), dass der Auftragseingang zuletzt schwächelte – ein Warnsignal.
Katalysatoren: Der Tag der Wahrheit naht
Anleger sollten sich zwei Termine rot im Kalender markieren. Krones legt am 20. Februar 2026 Zahlen vor. Hier erwartet der Markt schlichtweg die Bestätigung der „Langweiler-Qualität“: stabile Margen, solider Ausblick.
Brisanter wird es bei Dürr am 04. März 2026. Dieser Termin könnte zum „Make or Break“-Moment werden. Kann das Management glaubhaft darlegen, wie die Margen steigen sollen? Jede positive Überraschung könnte bei der niedrigen Bewertung eine Kursrallye auslösen. Enttäuschungen hingegen dürften bei der schwachen Bilanz gnadenlos abgestraft werden.
Fazit: Ruhiger Schlaf oder Adrenalin-Kick?
Das Duell Krones gegen Dürr endet nicht mit einem eindeutigen Sieger, sondern mit einer Charakterfrage an den Investor.
Krones ist der klare Punktsieger in Sachen Qualität. Wer ruhig schlafen möchte und ein Unternehmen sucht, das dank seiner Kunden aus der Getränkeindustrie fast immun gegen Konjunkturschwankungen ist, greift hier zu. Die Bilanz ist makellos, die Marktposition dominant. Man kauft hier Premium-Qualität zu einem fairen Preis.
Dürr hingegen ist die klassische Turnaround-Wette. Die Aktie ist fundamental günstig und bietet massives Aufwärtspotenzial, wenn der Plan aufgeht. Das Risiko ist durch die Verschuldung und die Abhängigkeit vom zyklischen Automobilsektor jedoch signifikant höher. Wer hier einsteigt, wettet darauf, dass der Markt die Ertragsstärke des Unternehmens massiv unterschätzt.
Die Entscheidung: Defensive Stärke (Krones) trifft auf offensive Chance (Dürr). Welcher Spielertyp sind Sie?
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