KWS Saat Aktie: Überschattete Erfolge?

Der Saatgutspezialist KWS revidiert seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr und erwartet nun stagnierende Erlöse. Grund sind niedrige Agrarpreise und ein verhaltenes Anbauverhalten bei Zuckerrüben.

KWS Saat Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatzprognose für 2025/26 auf Vorjahresniveau gesenkt
  • Aktienkurs reagiert mit deutlichen Verlusten
  • Ergebnisprognose und Margenziele bleiben bestehen
  • Solide Finanzlage trotz schwierigem Marktumfeld

Der Saatguthersteller KWS Saat rudert zurück. Heute Morgen kassierte das Unternehmen aus Einbeck seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26. Statt des bisher angepeilten Wachstums von rund drei Prozent rechnet der SDAX-Konzern nun nur noch mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau – bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte. Der Grund: Niedrige Agrarrohstoffpreise verunsichern die Landwirte, die daraufhin weniger Flächen mit Zuckerrüben bepflanzen als ursprünglich erwartet.

Die Börse reagiert verschnupft. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate verlor die Aktie zeitweise 3,78 Prozent auf 66,10 Euro. Kein Wunder – die Zuckerrübensaison ist für KWS entscheidend, und gerade im dritten Quartal (Januar bis März) erzielt das Segment normalerweise den Großteil seiner Jahreserlöse.

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Halbjahreszahlen mit Licht und Schatten

Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende Dezember 2025 gingen die Umsätze um 1,4 Prozent auf 411,3 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich jedoch um ein knappes Viertel auf minus 49,0 Millionen Euro – allerdings hauptsächlich dank eines Sondereffekts. Der Verkauf des nordamerikanischen Maisgeschäfts brachte rund 30 Millionen Euro aus Lizenzerlösen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 63,8 Millionen Euro, 45 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Ein Blick auf die Segmente zeigt ein gemischtes Bild: Das Getreidegeschäft profitierte von einem starken Rapsgeschäft mit einem Umsatzplus von 21 Prozent, während Hybridroggen 13 Prozent verlor. Das Gemüsesegment legte leicht zu, während die Zuckerrübensparte schon im ersten Halbjahr schwächelte – und das obwohl die Hauptsaison erst noch bevorsteht.

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Fokus auf Profitabilität

„Wir setzen unseren Fokus klar auf Profitabilität“, betonte Finanzchef Jörn Andreas. Und tatsächlich: Trotz der Umsatzkorrektur hält KWS an seiner Ergebnisprognose fest. Die EBITDA-Marge soll im laufenden Geschäftsjahr weiterhin zwischen 19 und 21 Prozent liegen. Das Unternehmen hat bereits Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet, die erste Effekte zeigen sollen. Der Sondergewinn aus dem Maisgeschäft ist dabei ausgeklammert.

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 57,1 Prozent, die Nettoverschuldung sank auf 264,6 Millionen Euro. Finanziell steht KWS also weiterhin solide da. Doch das gedämpfte Agrarmarktumfeld bleibt eine Herausforderung – zumal auch in Russland mit weiteren Umsatzrückgängen durch Importrestriktionen und Lokalisierungsbestrebungen zu rechnen ist. Die nächsten Monate dürften zeigen, ob die Strategie aufgeht.

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Über Dr. Robert Sasse 1492 Artikel

Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

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Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

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