L3Harris hat gestern weitere Produktionsaufträge der U.S. Army über insgesamt 121 Millionen $ für seine Low-Cost Data Radio-Lösung gemeldet. Sie unterstützen die Führungs- und Kommunikationsanforderungen der Streitkräfte.
Zugleich reichte das Unternehmen einen vorläufigen Prospektnachtrag für eine Anleiheemission ein. Damit stehen neben dem wachsenden Auftragsgeschäft auch Finanzierungspläne im Blickpunkt. Eine endgültig ausgestaltete Emission ist damit noch nicht bestätigt.
Neue Bestellungen ergänzen das Auftragsgeschäft
Nach Unternehmensangaben umfasst die jüngste Meldung mehrere Produktionsaufträge. Die Funklösung dient der militärischen Führung und Kommunikation. Anleger sollten das Volumen dabei als Auftragseingang einordnen, nicht als bereits verbuchten Umsatz oder Gewinn.
Bereits am 23. Oktober erhielt L3Harris einen weiteren Auftrag der U.S. Army. Der Vertrag läuft über drei Jahre und hat einen Wert von bis zu 60 Millionen $. Er betrifft die Weiterentwicklung eines weitreichenden, manövrierfähigen Abfangflugkörpers für das Programm Xtended Range Counter-sUAS Missile.
Die beiden Meldungen betreffen unterschiedliche Anforderungen der Army: Kommunikation einerseits und Drohnenabwehr andererseits. Beim Abfangflugkörper ist der genannte Vertragswert ausdrücklich eine Obergrenze. Er darf daher nicht wie ein vollständig gesichertes Auftragsvolumen behandelt werden.
Quartalszahlen unterlegen den Auftragszuwachs
Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal 2026 liefern den wirtschaftlichen Hintergrund. L3Harris meldete einen Umsatz von 6,1 Milliarden $ und damit ein Wachstum von 7 %. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg um 33 %.
Damit verbesserte sich das Ergebnis je Aktie deutlich stärker als der Umsatz. Die neuen Army-Bestellungen ergänzen also eine Geschäftsentwicklung, die bereits vor ihrer Bekanntgabe Wachstum zeigte.
Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 3,28 $. Zugleich meldete L3Harris einen Auftragseingang von 19,3 Milliarden $ und einen Rekordauftragsbestand von 53,2 Milliarden $.
Für Anleger sind Auftragseingang und Auftragsbestand vor allem als Grundlage künftiger Geschäftstätigkeit relevant. Sie ersetzen jedoch keine Aussage darüber, wann daraus Umsatz und Zahlungsmittelzuflüsse entstehen.
L3Harris erhöhte seine Umsatzprognose für 2026 auf 23,5 bis 23,7 Milliarden $. Die Prognose für den freien Cashflow blieb dagegen bei 3 Milliarden $.
Das Unternehmen hob damit seine Umsatzerwartung an, ohne das Cashflow-Ziel entsprechend heraufzusetzen. Auch die Gewinnerwartung wurde nach oben angepasst.
Für den Gewinn je Aktie nach GAAP erwartet L3Harris 2026 eine Spanne von 12,25 bis 12,35 $. Zuvor hatte die Prognose bei 11,80 bis 12,00 $ gelegen.
Anleihevorhaben bleibt vorläufig
Parallel zu den neuen Aufträgen reichte L3Harris gestern bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Prospektnachtrag für eine vorrangige Anleiheemission ein. Das Dokument beschreibt das Angebot als vorläufig. Die Einreichung ist deshalb nicht mit einer abgeschlossenen Finanzierung gleichzusetzen.
Die operative Einordnung fällt damit klarer aus als die finanzielle: Neue Produktionsaufträge ergänzen den Rekordauftragsbestand und die angehobenen Jahresziele. Beim Anleihevorhaben bleibt dagegen der vorläufige Angebotsstatus maßgeblich. Aus der Einreichung allein lässt sich weder ein Mittelzufluss noch eine endgültige Zinsbelastung ableiten.
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