Lam Research stellt nach dem heftigen Ausverkauf die Rückgabe von Kapital an seine Aktionäre in den Mittelpunkt. Das gestern genehmigte Rückkaufprogramm umfasst bis zu 25 Milliarden US-Dollar und ergänzt den verbleibenden Rahmen der bisherigen Ermächtigung. Die Aktie gewinnt heute 10%. Für Anleger kommt es darauf an, in welchem Umfang das Unternehmen den zusätzlichen Spielraum tatsächlich nutzt.

Rückkäufe ohne festen Zeitplan

Die Genehmigung lässt Lam Research bei der Umsetzung große Freiheit. Das Programm hat kein Ablaufdatum. Aktien können am offenen Markt, in privaten Transaktionen oder über strukturierte Vereinbarungen erworben werden. Zugleich kann das Unternehmen die Rückkäufe jederzeit aussetzen oder beenden.

Damit verbindet sich ein umfangreicher finanzieller Rahmen mit einem flexiblen Zeitplan. Eine bestimmte Aktienmenge muss Lam Research nicht erwerben. Für die Beurteilung der Kapitalrückgabe werden deshalb die tatsächlich ausgeführten Käufe entscheidend sein. Der genehmigte Betrag gibt den möglichen Umfang vor, während Tempo und Ausschöpfung offenbleiben.

CFO Doug Bettinger erklärte laut RTTNews, die Genehmigung bekräftige den Plan, Aktionären über Dividenden und Rückkäufe Wert zurückzugeben. Neben dem zusätzlichen Rückkaufrahmen setzt Lam Research damit auch auf die Fortführung seiner regelmäßigen Ausschüttung.

Die Quartalsdividende bleibt gegenüber der vorherigen Zahlung unverändert bei 0,33 US-Dollar je Aktie. Sie wird am 6. Januar 2027 an Aktionäre mit Stichtag 2. Dezember ausgezahlt.

Künftige Dividenden benötigen weiterhin die Zustimmung des Vorstands. Während für die beschlossene Ausschüttung bereits ein Zahlungstermin feststeht, bleibt die zeitliche Verteilung der Aktienrückkäufe dem Unternehmen überlassen.

Vorsicht trotz kräftiger Gegenbewegung

Die Ankündigung trifft auf einen stark angeschlagenen Halbleitermarkt. Gestern verlor Lam Research 16,4%. Heute erholen sich auch zahlreiche andere US-Halbleiteraktien. Die positive Kursreaktion fällt damit in eine breitere Gegenbewegung des Sektors.

KC Rajkumar von LYNX Equity Strategies sieht wegen Angebotsengpässen bei Speicher- und Flash-Chips Chancen für einen schrittweisen Wiedereinstieg in Halbleiteraktien. Bei Lam Research betont er zugleich den Ermessensspielraum: Ob das Unternehmen den gesamten Rückkaufrahmen ausschöpft, bleibt offen.

Jim Cramer äußerte sich heute in der CNBC-Sendung „Mad Money Lightning Round“ ebenfalls vorsichtig. Er würde eine geplante Position zunächst nur zu einem Viertel aufbauen und anschließend abwarten. Seine Begründung ist das aus seiner Sicht weiterhin bestehende Abwärtspotenzial.

Für Lam Research spricht die erklärte Bereitschaft zur Kapitalrückgabe, sofern auf die Genehmigung entsprechende Käufe folgen. Der offene Zeitplan macht deren Umsetzung zum entscheidenden Prüfstein für Anleger.