Ein einziger strategischer Schwenk eines Großkunden versetzt die Börse in Panik. Trade Republic ändert sein Handelssystem. Die Folge: Die Aktie von Lang & Schwarz bricht massiv ein. Innerhalb einer Woche stürzte der Kurs um 34 Prozent auf 18,15 Euro ab.

Der Trade-Republic-Schock

Bislang liefen die Aufträge des Neobrokers weitgehend exklusiv über das Lang & Schwarz TradeCenter. Das Management von Trade Republic baut nun um. Künftig führt eine neue Technologie die Orders automatisch zum besten Preis über verschiedene Börsen aus. Das Düsseldorfer Finanzinstitut verliert damit lukratives Volumen.

Dieser Schritt zwingt Lang & Schwarz zu einer Anpassung der Jahresziele. Der Vorstand rechnet für das Jahr 2026 nun mit einem moderaten Rückgang beim Handelsergebnis. Das Management rudert aber nicht komplett zurück. Das Ergebnis soll das Niveau von 2024 weiterhin übertreffen.

Im abgelaufenen zweiten Quartal zeigte sich das operative Geschäft noch stark. Das Unternehmen erwirtschaftete rund 32 Millionen Euro aus dem Handel. Ein Jahr zuvor waren es 25 Millionen Euro gewesen.

Flucht nach vorn

Das Düsseldorfer Unternehmen treibt als Gegenmaßnahme ein neues Handelsmodell voran. Lang & Schwarz will weitere Wertpapierdienstleister anbinden und so neue Liquidität erschließen. Das Ziel: Die Abhängigkeit von einzelnen Großpartnern soll spürbar sinken.

An der Börse dominiert derweil die Angst. Am Montag markierte das Papier bei 17,85 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Ein technischer RSI-Wert von 12,1 signalisiert aktuell eine extreme Überverkauftheit. Die Schwankungen der Aktie bleiben enorm hoch.

Klarheit über die genauen finanziellen Folgen liefert bald der nächste Bericht. Am 21. August veröffentlicht Lang & Schwarz die vollständigen Halbjahreszahlen. Wenige Tage später folgt am 26. August die ordentliche Hauptversammlung. Dort muss der Vorstand seine neue Strategie detailliert erklären.