Lenzing beendet die lange Verlustserie. Nach drei Quartalen im Minus meldet der Faserhersteller für das erste Vierteljahr 2026 wieder einen Nettogewinn. Die Erholung steht allerdings auf einem wackeligen Fundament.
Der Konzern erzielte unter dem Strich 24 Millionen Euro. Vor allem beim Cashflow gab es deutliche Fortschritte. Der freie Cashflow verdoppelte sich auf knapp 34 Millionen Euro. Das Management führte diese Entwicklung auf ein strafferes Vorratsmanagement zurück.
Trotz des Gewinns bleibt der operative Druck hoch. Das EBITDA sank um rund ein Viertel auf 116,3 Millionen Euro. Ohne Sondereffekte wie den Verkauf von CO2-Zertifikaten wäre das Ergebnis schwächer ausgefallen. Die EBITDA-Marge schrumpfte parallel dazu auf 18,9 Prozent.
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Der Umsatz gab um über zehn Prozent auf 615,7 Millionen Euro nach. Niedrigere Preise für Fasern und Zellstoff belasteten das Geschäft massiv. Lenzing reagierte bereits und drosselte die Produktion auf weniger profitablen Linien.
An der Börse herrscht dennoch Zurückhaltung. Am Freitag verlor die Aktie 1,25 Prozent und schloss bei 23,70 Euro. Mit einem RSI von 27,2 nähert sich das Papier technisch überverkauften Regionen.
Eine Prognose für das Gesamtjahr verweigert der Vorstand weiterhin. Die geopolitische Unsicherheit ist schlicht zu groß. Vor allem der Nahostkonflikt treibt die Kosten für Energie und Fracht nach oben. Parallel dazu drücken neue Kapazitäten aus China auf die globalen Preise.
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Das laufende Sparprogramm soll die Kostenbasis dauerhaft senken. Im vergangenen Jahr sparte Lenzing bereits über 200 Millionen Euro ein. Nun folgt der Abbau von 250 Stellen, primär in der Zentrale. Dies soll ab diesem Jahr weitere jährliche Einsparungen bringen.
Ein strategischer Lichtblick ist die neue Power-to-Heat-Anlage. Sie wandelt Ökostrom direkt in Prozesswärme um. Das senkt die Abhängigkeit von teurem Erdgas, das zuletzt viermal so viel kostete wie vor sechs Jahren. Inzwischen stammen über 70 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen.
Die Rückkehr in die Gewinnzone ist ein wichtiger Etappensieg für den Konzern. Im zweiten Quartal müssen die Kostensenkungen nun gegen die steigenden Rohstoffpreise und Seefrachtzuschläge ankämpfen. Erst ein stabiler operativer Trend ohne Sondereffekte würde die Wende nachhaltig bestätigen.
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