Lenzing stellt die Weichen für einen tiefgreifenden Konzernumbau. Mit dem strategischen Programm „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ reagiert das Unternehmen auf die veränderten Rahmenbedingungen im globalen Fasermarkt. Ziel der Neuausrichtung ist es, die Kostenstruktur nachhaltig zu senken und das operative Ergebnis mittelfristig spürbar zu verbessern.
Fokus auf Nonwovens und Kostensenkungen
Im operativen Bereich plant das Management Einsparungen von 120 Millionen Euro gegenüber der Kostenbasis des Jahres 2025. Zur Verschlankung der Strukturen soll der Standort Heiligenkreuz bis zum Ende des ersten Quartals 2027 geschlossen werden.
Für das Werk in Grimsby sieht die Planung ein Produktionsende bis zum Ablauf des Jahres 2027 vor. Zudem läuft der Verkaufsprozess für den Standort Purwakarta. Mit diesen Schritten trennt sich der Konzern schrittweise von bestehenden Fertigungskapazitäten und konzentriert die Ressourcen künftig verstärkt auf das Segment der Vliesstoffe.
Die Neuausrichtung soll die Abhängigkeit vom traditionellen Textilgeschäft verringern und die Ertragskraft stärken. Das Management will die Faserproduktion gezielt auf margenstärkere Bereiche ausrichten und zugleich bestehende Produkte durch Innovationspartnerschaften weiterentwickeln.
Langfristige Finanzierung und Mittelfristziele
Zur finanziellen Absicherung der Transformation hat das Unternehmen Vereinbarungen getroffen. Neben einer neu gesicherten Finanzierung von bis zu 300 Millionen Euro gelang es, bestehende Kreditlinien bis in das Jahr 2030 zu verlängern.
Auf dieser Basis formulierte der Vorstand konkrete mittelfristige Finanzziele. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll um 150 Millionen Euro steigen, während eine operative Marge zwischen 20 und 25 Prozent angestrebt wird. Beim Verschuldungsgrad visiert Lenzing eine Nettoverschuldung von unter dem 2,5-Fachen des operativen Ergebnisses an.
Großaktionäre stützen die Kapitalerhöhung
Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis dient eine Barkapitalerhöhung über rund 300 Millionen Euro. Rückendeckung erhält das Vorhaben von den Kernaktionären: Die B&C Group, Suzano sowie die Oberbank beabsichtigen, sämtliche Bezugsrechte voll auszuüben. Die Genehmigung der österreichischen Finanzmarktaufsicht für die Transaktion steht noch aus.
Am Kapitalmarkt wurde der Umbaukurs von Zurückhaltung begleitet. Vor allem die Ausgabe neuer Anteile im Zuge der Kapitalerhöhung dämpfte das Anlegerinteresse. An der Wiener Börse verlor die Aktie am Donnerstag 6,2 Prozent und ging bei 19,42 Euro aus dem Handel.
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