Lenzing setzt den Verkaufsprozess für seinen indonesischen Faserproduktionsstandort fort. Das Unternehmen teilte am Donnerstag außerdem mit, wertoptimierte Verkaufsoptionen für die Standorte Heiligenkreuz und Grimsby zu prüfen. Für beide Werke sieht die Planung weiterhin eine Einstellung der Produktion vor.

Verkaufsoptionen und geplante Produktionsstopps

In Heiligenkreuz soll die Produktion bis Ende des ersten Quartals 2027 eingestellt werden, in Grimsby bis Ende 2027. Den geplanten Personalabbau in Heiligenkreuz hat Lenzing nach eigenen Angaben fristgerecht beim AMS gemeldet.

Medienberichten zufolge hatten rund 30 potenzielle Investoren Interesse am Werk Heiligenkreuz bekundet. Eine engere Auswahl der Interessenten werde Mitte November erwartet. Über einen Verkauf oder die Schließung solle bis Jahresende entschieden werden; ein verbindlicher Verkauf war dem Bericht vom Mittwoch zufolge noch nicht bekannt.

Für Heiligenkreuz und Grimsby meldete Lenzing nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte von EUR 136,1 Mio. Das Ergebnis nach Steuern für die ersten neun Monate 2026 belief sich auf EUR -130,3 Mio.

Operatives Ergebnis und Jahreserwartung

In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Lenzing Umsatzerlöse von EUR 1,93 Mrd. Das bereinigte EBITDA erreichte EUR 353 Mio.

Die bereinigte EBITDA-Marge stieg nach Unternehmensangaben auf 18,3 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Lenzing ein bereinigtes EBITDA von EUR 430 Mio. bis EUR 460 Mio.

Der am Donnerstag veröffentlichte Zwischenbericht zum dritten Quartal 2026 enthält damit neben den Geschäftszahlen auch die fortgeführten Verkaufspläne für Indonesien und die Prüfung der Optionen für die beiden europäischen Standorte. Die angekündigten Produktionsstopps in Heiligenkreuz und Grimsby bleiben Bestandteil dieser Planung.