Die Aktie von Lenzing gerät am heutigen Dienstag unter deutlichen Verkaufsdruck und verzeichnet ein Minus von 5,5 Prozent. Mit einem Kurs von 13,02 Euro fällt das Papier exakt auf sein 52-Wochen-Tief. Auslöser für die jüngste Abwärtsbewegung ist die vollständig garantierte Bezugsrechtsemission, die das Unternehmen derzeit durchführt.
Die Kapitalmaßnahme belastet die Stimmung unter den Marktteilnehmern spürbar. Zwar gilt der angestrebte Mittelzufluss durch die vollständige Garantie der Emission als gesichert. Gleichzeitig wiegt die Aussicht auf die Ausgabe zahlreicher neuer Papiere schwer, was zu anhaltender Zurückhaltung an der Börse führt und den Verkaufsdruck verstärkt.
Konditionen der 300-Millionen-Euro-Emission
Lenzing strebt mit dem Schritt die Aufnahme von rund 300 Millionen Euro brutto an. Zur Erreichung dieser Summe plant die Gesellschaft die Ausgabe von 34.756.362 neuen Aktien. Für die bestehenden Anteilseigner wurde ein Bezugsverhältnis von 10 zu 9 festgelegt. Damit berechtigen zehn alte Anteile zum Bezug von neun neuen Wertpapieren.
Der offizielle Zeitplan für die Transaktion hat am heutigen Dienstag begonnen. Die Frist für die Ausübung der Bezugsrechte läuft voraussichtlich bis einschließlich 20. Oktober 2026. Für Aktionäre, die nicht an der Maßnahme teilnehmen wollen, besteht die Möglichkeit zum Verkauf ihrer Rechte: Der entsprechende Handel an der Börse ist bis einschließlich 14. Oktober 2026 vorgesehen.
Deutlicher Abschlag und vorsichtige Analysten
Der Bezugspreis für die neuen Aktien wurde bei 8,65 Euro festgesetzt. Laut Angaben von Lenzing liegt dieser Preis 42,50 Prozent unter dem theoretischen Ex-Bezugsrechtspreis. Der signifikante Preisabschlag spiegelt die Notwendigkeit wider, den Investoren einen deutlichen Anreiz zur Zeichnung zu bieten.
Die Konditionen der Kapitalerhöhung riefen umgehend Reaktionen von Analystenseite hervor. Am Freitag stufte Berenberg die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herab. Die Bank begründete ihre vorsichtigere Haltung unter anderem mit den Belastungen durch die Kapitalerhöhung sowie mit Zweifeln daran, ob Hauptaktionär Suzano sein Engagement bei Lenzing weiter ausbauen wird.
Im Zuge der Neueinschätzung senkte Berenberg das Kursziel deutlich von 29,50 Euro auf 17,00 Euro. Zudem gab es am Freitag Bewegung im Aktionariat: Laut einer Stimmrechtsmitteilung berührte die NN Group eine Meldeschwelle, womit sich der Anteil der Gruppe an Lenzing auf 2,54 Prozent beläuft.
Stand heute, 6. Oktober: Lenzing – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Lenzing investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 6. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

