Bei Lenzing rückt nach dem gestern gemeldeten Bezugsergebnis die Platzierung der verbliebenen Aktien in den Mittelpunkt. Die Konsortialbanken sollen diese zu mindestens 8,65 € je Aktie am Markt verkaufen. Damit gilt für diesen Schritt eine klare Preisuntergrenze. Das Ergebnis des Bezugsangebots ist vorläufig; die Abwicklung steht noch aus.
Restaktien gehen an den Markt
Nach Angaben von Lenzing wurden 34.411.626 der insgesamt angebotenen 34.756.362 neuen Aktien über Bezugsrechte gezeichnet. Das entspricht einer Bezugsquote von 99,0%. Der weit überwiegende Teil des Angebots wurde damit bereits über die Ausübung der Bezugsrechte abgedeckt.
Für die Einordnung ist die Unterscheidung zwischen Zeichnung und Abschluss wichtig: Das gemeldete Ergebnis beschreibt die Annahme des Angebots. Es bedeutet noch nicht, dass die neuen Aktien bereits abgewickelt und zum Handel zugelassen sind. Für den verbliebenen Teil sieht Lenzing den Verkauf durch die Banken vor.
Die Preisuntergrenze dieser Restplatzierung entspricht dem Bezugspreis. Aus der vollständig garantierten Kapitalerhöhung strebt Lenzing einen Bruttoerlös von rund 300 Mio. € an. Dieser Betrag ist als angestrebter Bruttoerlös zu verstehen, nicht als bereits vereinnahmter Nettozufluss.
Große Zeichner prägen das Ergebnis
Das Konsortium aus B&C Group und Suzano übernahm 52,25% des Angebots. Auf Oberbank entfielen 3,87%. Diese Anteile beziehen sich ausdrücklich auf die angebotenen neuen Aktien, nicht auf Beteiligungsquoten am gesamten Unternehmen nach Abschluss der Kapitalmaßnahme.
Das Bezugsergebnis wird damit wesentlich von den genannten Zeichnern getragen. Zugleich bleibt für die Restplatzierung nur der nicht über Bezugsrechte aufgenommene Teil. Für Anleger sind diese beiden Ebenen auseinanderzuhalten: die Verteilung der Zeichnungen einerseits und die noch ausstehenden Schritte bis zur Handelsaufnahme andererseits.
Handelsbeginn bleibt an Eintragung gebunden
Abwicklung und Handelsaufnahme an der Wiener Börse erwartet Lenzing am 23.10.2026. Voraussetzung bleibt die Eintragung der Kapitalerhöhung ins Firmenbuch. Die neuen Aktien sind ab dem 1. Januar 2026 gewinnberechtigt.
Der nächste konkrete Termin betrifft somit die Umsetzung der Kapitalmaßnahme. Die hohe Bezugsquote dokumentiert deren weitgehende Zeichnung; für den Abschluss zählen nun die Restplatzierung und die rechtliche Voraussetzung für den vorgesehenen Handelsbeginn.
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