Am heutigen Montag erreicht der Faserhersteller Lenzing mit dem Nachweisstichtag für die Zuteilung der Bezugsrechte eine wichtige Wegmarke. Vor dem für Dienstag avisierten Beginn der Zeichnungsfrist steht das Papier jedoch unter erheblichem Druck: Neben der anstehenden Ausgabe von Millionen neuer Anteile belasten spürbare Zweifel am operativen Erholungstempo das Sentiment.
Gedämpfte Gewinnaussichten belasten die Stimmung
Das Analysehaus Berenberg führte an, dass sich höhere Preise für Viskose und Baumwolle nicht im erhofften Ausmaß in den operativen Ergebnissen des Konzerns niederschlagen. Zudem äußerte Berenberg deutliche Zweifel daran, dass die Konsensschätzungen für das operative Ergebnis im laufenden Turnus angehoben werden können. Für Anleger wiegt diese Skepsis schwer, da eine zügige Margenerholung als Voraussetzung für eine Neubewertung gilt.
Frisches Kapital für den Konzernumbau
Die verhaltenen operativen Aussichten treffen auf eine Phase weitreichender Transformation. Die Barkapitalerhöhung soll dem Konzern einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro einspielen. Lenzing beabsichtigt, mit den Mitteln die eigene Kapitalstruktur zu stärken und die strategische Neuausrichtung unter dem Leitmotiv „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ voranzutreiben.
Geplant ist die Ausgabe von 34.756.362 neuen Anteilen zu einem Bezugspreis von 8,65 Euro je Aktie. Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 720,51 Millionen Euro bedeutet dieser Schritt eine massive Vergrößerung der Aktienbasis, was die Zurückhaltung an den Handelsplätzen verstärkt.
Der Zeitplan bis zum Handelsstart
Für die Bestandsaktionäre gelten dabei klare Vorgaben: Das Bezugsverhältnis wurde auf 10 zu 9 festgelegt, sodass für zehn gehaltene Papiere neun neue bezogen werden können. Nachdem der Anteilsschein am Freitag bereits ex Bezugsrecht gehandelt wurde, fungiert der heutige Montag als Nachweisstichtag für die Berechtigung.
Ab dem morgigen Dienstag bis einschließlich 14. Oktober findet an der Wiener Börse der Handel mit den Bezugsrechten statt. Die reguläre Bezugsfrist für die neuen Anteile erstreckt sich voraussichtlich bis zum 20. Oktober.
Nicht bezogene Aktien sollen im unmittelbaren Anschluss über eine internationale Privatplatzierung veräußert werden. Vorbehaltlich der rechtzeitigen Eintragung der Kapitalerhöhung in das Firmenbuch ist der Beginn der Lieferung und der Börsennotiz für die neuen Papiere für den 23. Oktober geplant.
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