Die Anteilsscheine von LexinFintech stehen unter erheblichem Verkaufsdruck, nachdem das Unternehmen enttäuschende Geschäftszahlen vorgelegt und eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat.

Im heutigen Handel verzeichnete das Papier einen Rückgang von 11 %, womit der Kurs auf 0,8300 Euro sank. Damit setzt sich die negative Dynamik der vergangenen Monate unvermindert fort: Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 70 % an Wert verloren und notiert nun auf einem neuen Jahrestief.

Erhebliche Gewinnrückgänge im zweiten Quartal

Das am Montag präsentierte Zahlenwerk für das zweite Quartal 2026 verdeutlicht die aktuelle operative Schwäche des Finanztechnologie-Unternehmens. Der operative Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,2 % auf rund 3,187 Milliarden RMB.

Noch deutlicher fiel der Rückgang beim Ergebnis aus: Der den Stammaktionären zuzurechnende Nettogewinn brach um 80,2 % auf 101 Millionen RMB ein. Medienberichten zufolge ist dieser Einbruch vor allem auf eine deutlich schwächere Profitabilität im abgelaufenen Quartal zurückzuführen.

Trotz der rückläufigen Erträge konnte LexinFintech beim Kreditvolumen einen Wert von 55,4 Milliarden RMB erzielen. Das bereinigte Nettoergebnis wurde von der Unternehmensführung mit 127 Millionen RMB beziffert.

Laut Reuters entsprach der Quartalsgewinn umgerechnet etwa 14,9 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 469,7 Millionen US-Dollar. Die Zahlen blieben jedoch hinter den Markterwartungen zurück und lösten die jüngste Flucht der Anleger aus dem Wertpapier aus.

Düstere Aussichten für das dritte Quartal

Für das laufende dritte Quartal zeichnet das Management ein besorgniserregendes Bild. Das Unternehmen rechnet mit einem signifikanten Rückgang des Kreditvolumens.

Zudem warnte die Führung im Rahmen einer Analystenkonferenz am Montag davor, dass das Ergebnis im dritten Quartal sogar in die Verlustzone rutschen könnte. Als Gründe für diesen pessimistischen Ausblick wurden verschlechterte Refinanzierungsbedingungen in der Branche sowie die Notwendigkeit höherer Risikovorsorgen genannt.

Parallel zu den Geschäftszahlen gab LexinFintech Anpassungen an der Kapitalallokation bekannt. Die Dividendenpolitik wurde dahingehend geändert, dass Ausschüttungen künftig nicht mehr halbjährlich, sondern auf Basis einer jährlichen Prüfung erfolgen sollen.

Ab dem Geschäftsjahr 2026 ist geplant, 30 % des gesamten Nettoinkommens als Bardividende auszuschütten, wobei die konkrete Festlegung erst Anfang 2027 nach Vorlage der Jahresergebnisse erfolgen soll.

Um den Aktienkurs zu stützen, setzt das Unternehmen weiterhin auf sein im Juli 2025 gestartetes Rückkaufprogramm. Bisher wurden etwa 9,6 Millionen ADS für eine Gesamtsumme von rund 39 Millionen US-Dollar erworben. Dies entspricht laut Unternehmensangaben etwa 5,8 % der zum 30. Juni 2026 ausstehenden Stammaktien. Angesichts der schwachen Prognosen konnten diese Maßnahmen die Sorgen der Marktteilnehmer vor einer anhaltenden Durststrecke jedoch nicht beruhigen.