Li-FT Power krempelt seine Führungsspitze um. Der kanadische Lithium-Explorer will vom reinen Erkunden ins Bauen wechseln. Dafür braucht das Unternehmen andere Manager als bisher.

Neue Führung für die nächste Phase

Im Juli 2026 ernennt Li-FT Power Jeff Reinson zum neuen Chief Operating Officer. Reinson war zuvor Senior Vice President für Entwicklung und bringt über 25 Jahre Erfahrung in Projektentwicklung und Bergbaubetrieb mit. Seine Aufgabe: die Kernprojekte des Unternehmens, vor allem in Québec, von der Explorations- in die Entwicklungsphase überführen.

Parallel dazu übernimmt April Hayward die neu geschaffene Position der Executive Vice President für External Affairs & Strategic Partnerships. Hayward war zuvor Chief Sustainability Officer bei Li-FT Power. Künftig kümmert sie sich um strategisches Wachstum und externe Beziehungen. Das Unternehmen begründet die Personalentscheidungen mit dem Wandel vom Lithium-Explorer zum Entwickler — eine neue Phase erfordere entsprechend erfahrene Führung.

Aktienoptionen sollen Management binden

Li-FT Power hat im Juli 2026 zudem sein Vergütungsmodell angepasst. Das Management-Team erhält 10.000 Restricted Share Units mit einem Ausübungspreis von 3,36 kanadischen Dollar. Sie laufen bis Juli 2029.

Hinzu kommen 75.000 nicht notierte Optionen für Mitarbeiter im Rahmen des bestehenden Anreizprogramms. Auch sie tragen den Ausübungspreis von 3,36 kanadischen Dollar, laufen aber bis Juli 2031. Das Unternehmen will damit Schlüsselkräfte während der Umbauphase halten.

Bohrkampagne und Diamantmine als Bausteine

Der Führungswechsel fällt mitten in eine große Bohrkampagne. Li-FT Power hat im Juli 2026 im Adina-Galinée-Lithiumprojekt in Québec ein Programm mit 163 Diamantbohrlöchern über insgesamt fast 39.000 Meter gestartet. Ziel ist es, die bestehende Ressourcenschätzung zu erweitern.

Dazu hat das Unternehmen kürzlich die gerichtliche Zustimmung für eine bindende Kaufoption auf die Diamantmine Renard erhalten. Die dortige Verarbeitungsinfrastruktur könnte künftig für Spodumen-Pegmatit umgerüstet werden — ein möglicher Baustein für die eigene Wertschöpfungskette.

Trotz dieser strategischen Fortschritte bleibt der Kurs unter Druck. Die Aktie notiert aktuell bei 2,29 Euro, rund 24 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 3,01 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5,70 Euro aus dem Januar trennen das Papier fast 60 Prozent.

Der RSI von 40,7 signalisiert derzeit keine extreme Überverkauft- oder Überkauft-Situation. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob die neue Führung unter Reinson und Hayward das Adina-Galinée-Projekt tatsächlich in Richtung Produktion bringt — und ob die Renard-Option operativ genutzt wird.