Linde Aktie: Gewinn bricht ein

Der Industriegasekonzern Linde meldet sinkende Quartalsgewinne, hebt aber die Jahresprognose an. Der Umsatz wuchs, während Sondereffekte den Nettogewinn belasteten.

Linde Aktie
Kurz & knapp:
  • Quartalsgewinn sinkt um elf Prozent
  • Umsatz steigt durch Preise und Volumina
  • Optimistische Prognose für das Jahr 2026
  • Starker operativer Cashflow und Aktionärsrendite

Der Industriegase-Riese Linde hat heute seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und die fallen durchwachsen aus. Während der Umsatz solide zulegte, rutschte der Gewinn deutlich ab. Gleichzeitig zeigt sich CEO Sanjiv Lamba optimistisch für 2026 und hebt die Prognose an. Was steckt hinter dieser Diskrepanz?

Gewinnrückgang trotz Umsatzplus

Im vierten Quartal 2025 sank der Nettogewinn von Linde um elf Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie fiel von 3,60 auf 3,26 Dollar – ein Minus von neun Prozent. Verantwortlich dafür waren vor allem Belastungen aus der Linde-AG-Kaufpreisallokation sowie Restrukturierungskosten.

Bereinigt um diese Sondereffekte ergibt sich allerdings ein freundlicheres Bild: Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um sechs Prozent auf 4,20 Dollar. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 8,76 Milliarden Dollar zu. Hier trugen vor allem Preiserhöhungen von zwei Prozent und höhere Volumina von einem Prozent bei – letztere primär durch neue Projektanläufe im Elektronikgeschäft. Zusätzlich steuerten Akquisitionen ein Prozent zum Wachstum bei.

Die bereinigte operative Marge erreichte 29,5 Prozent und lag damit 40 Basispunkte unter dem Vorjahr. Der operative Cashflow wuchs hingegen kräftig um acht Prozent auf 3,03 Milliarden Dollar.

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Regionale Unterschiede prägen das Bild

Regional zeigt sich ein gemischtes Bild: In Amerika kletterte der Umsatz um acht Prozent auf 3,88 Milliarden Dollar, getrieben von höheren Preisen und Volumina im Elektroniksektor. Die operative Marge erreichte starke 30,9 Prozent.

Im Raum Asien-Pazifik stiegen die Erlöse um drei Prozent auf 1,73 Milliarden Dollar. Hier wirkten sich Volumenzuwächse in den Bereichen Elektronik sowie Chemie und Energie positiv aus. Die Marge lag bei 29,1 Prozent.

Europa, Naher Osten und Afrika verzeichneten zwar ein Umsatzplus von sechs Prozent auf 2,18 Milliarden Dollar – allerdings sanken die organischen Verkäufe um zwei Prozent. Schwächer laufende Volumina im Chemie- und Energiesektor belasteten hier. Die operative Marge blieb mit 35,4 Prozent dennoch die höchste aller Regionen.

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Starkes Gesamtjahr und optimistischer Ausblick

Für das Gesamtjahr 2025 meldete Linde einen Umsatz von 34,0 Milliarden Dollar – ein Plus von drei Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um sechs Prozent auf 16,46 Dollar. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich um 30 Basispunkte auf 29,8 Prozent. Die Kapitalrendite erreichte 24,2 Prozent.

Bemerkenswert: Der operative Cashflow sprang um zehn Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar. Davon flossen 7,4 Milliarden Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe zurück an die Aktionäre.

Für 2026 gibt sich Linde zuversichtlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 17,40 bis 17,90 Dollar steigen – ein Wachstum von sechs bis neun Prozent. Ohne Währungseffekte liegt die Prognose bei fünf bis acht Prozent. Bereits für das erste Quartal 2026 peilt das Management 4,20 bis 4,30 Dollar je Aktie an.

CEO Lamba betont die Stärke des Geschäftsmodells und verweist auf den Projektauftragsbestand von zehn Milliarden Dollar. Geplante Investitionen von 5,0 bis 5,5 Milliarden Dollar sollen das Wachstum weiter antreiben.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.