Kurz vor der Veröffentlichung der nächsten Zwischenbilanz blicken die Marktexperten mit gemischten Erwartungen auf den Industriegasekonzern. Im deutschen Handel notiert das Papier heute bei 438,40 Euro und damit 0,4 Prozent leichter.

Trotz des verhaltenen Handelstages blickt der Konzern auf ein solides Börsenjahr zurück, in dem der Kurs seit Jahresanfang um 21 Prozent zulegen konnte. Im Fokus stehen nun vor allem die konjunkturellen Rahmenbedingungen in den Kernmärkten sowie der bevorstehende Berichtstermin.

RBC sieht Gegenwind in Nordamerika

Gestern passte RBC Capital die eigene Bewertung für die Aktie an. Die Analysten senkten ihr Kursziel geringfügig von 553 $ auf 549 $, beließen die Einstufung für den Titel jedoch auf „Outperform“. Als Grund für die leichte Zielsenkung führten die Experten eine anhaltende Schwäche in wichtigen Endmärkten an.

Besonders die Nachfrage nach langlebigen Gütern in Nordamerika entwickelte sich zuletzt schleppend und dämpft das Marktumfeld. Für einen global agierenden Gasehersteller spielen solche industriellen Nachfragezyklen eine entscheidende Rolle bei der Volumenentwicklung. Trotz dieser kurzfristigen Bremsspuren sieht das Bankhaus den Konzern fundamental weiterhin gut positioniert.

Bernstein wiegt Wachstumschancen und Hürden ab

Auch Bernstein Research meldete sich am Mittwoch zu Wort und bekräftigte das Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 563 $. Das Analysehaus verwies in seiner Einschätzung auf die unverändert klare langfristige Perspektive des Unternehmens. Zugleich wiesen die Analysten auf bestehende Unsicherheiten hin, was den kurzfristigen Pfad zu einem bereinigten Zuwachs beim Gewinn je Aktie (EPS) von 8 % bis 12 % betrifft.

Flankiert werden diese Einschätzungen von weiteren Marktteilnehmern, die den Titel positiv einordnen: Medienberichten zufolge sprach sich am Dienstag auch Barclays mit einer Einstufung als „Overweight“ und einem Ziel von 577 $ für die Aktie aus.

Termin für den Quartalsbericht steht fest

Klarheit über die tatsächliche Geschäftsentwicklung erhalten Anleger in Kürze aus erster Hand. Das Unternehmen gab bekannt, seine Finanzergebnisse für das dritte Quartal am 29. Oktober vorzulegen. Am selben Tag wird das Management eine Telefonkonferenz für Investoren und Analysten abhalten.

Bis dahin dürften vor allem Signale zur industriellen Auslastung und zur Margenstabilität den Kursverlauf prägen. Der anstehende Zwischenbericht bildet die Basis für die Frage, ob die Erwartungen an das Gewinnwachstum im laufenden Turnus voll erfüllt werden können.