Hohe Kursziele vor den Quartalszahlen

Vor der anstehenden Berichtssaison zum dritten Quartal erhält der Industriegasekonzern Linde spürbaren Rückenwind von Analystenseite. Die Schweizer Großbank UBS bekräftigte am gestrigen Montag ihre Kaufempfehlung und sieht für den Konzern deutliches Aufwärtspotenzial bis auf 574 US-Dollar. Im deutschen Handel notiert die Aktie bei 429,40 Euro.

Damit setzt sich die Zuversicht der Marktexperten fort, die vor allem auf die robuste Marktstellung und die langfristige Vertragssicherung des Unternehmens setzen. Das operative Geschäft stützt sich traditionell auf mehrjährige Vereinbarungen, die den Mittelzufluss auch in konjunkturell schwierigeren Phasen verlässlich absichern.

Insgesamt überwiegt unter den Marktbeobachtern klar der Optimismus. Von 28 Analysten raten derzeit 22 zum Einstieg in das Papier. Das US-Analysehaus KeyBanc stuft die Aktie mit „Übergewichten“ und einem Kursziel von 542 US-Dollar ein.

Solide Projektpipeline stützt den Investitionskurs

Die Experten verweisen auf die Preissetzungsmacht des Konzerns, mit der sich steigende Kosten wirksam an Kunden weitergeben lassen. Zugleich profitiert Linde von einer anhaltend soliden industriellen Nachfrage nach Gasen und Prozesstechnik für moderne Industrieanwendungen.

Das Fundament für künftiges Wachstum bildet ein umfangreicher Auftragsbestand. Linde verfügt über einen Projektauftragsbestand von rund 11 Milliarden US-Dollar. Für den Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage im US-Bundesstaat Arizona sind im Rahmen der Wachstumsstrategie Investitionen von rund einer Milliarde US-Dollar veranschlagt.

Ein wesentlicher Stabilitätsfaktor bleiben die langfristigen Lieferverträge mit Großkunden. Diese Kontrakte laufen üblicherweise über Zeiträume von rund zwei Jahrzehnten und sichern dem Konzern verlässliche Einnahmen über wechselnde Zyklen hinweg. Dies federt auch den aktuellen Investitionsschub ab, für den Linde im laufenden Jahr erhebliche Mittel reserviert hat.

Hohe Erwartungen an den Quartalsbericht

Vor über einem Monat hatte Linde für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie in einer Spanne von 4,45 bis 4,55 US-Dollar in Aussicht gestellt. Aktionäre profitieren zudem von einer verlässlichen Ausschüttungspolitik: Die Dividende wurde 34 Jahre in Folge angehoben.

Anleger blicken daher gespannt auf den anstehenden Berichtstermin. Die Fähigkeit des Managements zur Verteidigung der Margen gilt am Markt als wichtiger Gradmesser für den weiteren Kursverlauf.

Seit Jahresanfang verbucht die Linde-Aktie ein Kursplus von 19 Prozent. Ende Oktober legt das Management die offiziellen Resultate vor. Diese Zahlen dürften zeigen, ob die operative Entwicklung den optimistischen Schätzungen der Analysten gerecht wird.