Der Schweizer Schokoladenhersteller hat 2025 ein bemerkenswertes Kunststück vollbracht: Weniger verkaufen, aber trotzdem deutlich mehr verdienen. Der Umsatz kletterte um 8,2% auf 5,92 Milliarden Franken – und das, obwohl die Absatzmengen rückläufig waren. Das organische Wachstum lag bei beeindruckenden 12,4%.
Möglich macht das eine aggressive Preisstrategie. Angesichts explodierender Kakaopreise hat Lindt & Sprüngli die Verkaufspreise zweistellig erhöht. Die Kunden zahlen – offenbar ohne mit der Wimper zu zucken. Premium-Schokolade scheint auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ihre Käufer zu finden.
Marktanteile trotz Preisoffensive gewonnen
Besonders bemerkenswert: Trotz der drastischen Preiserhöhungen konnte das Unternehmen aus Kilchberg Marktanteile hinzugewinnen. Die Strategie, sich als Luxusmarke zu positionieren, zahlt sich aus. Lindorkugeln, Pralinés und sogar die gehypte Dubaischokolade treiben das Geschäft voran.
Die negative Währungseffekte von 3,9% konnten das Wachstum nur begrenzt bremsen. Ohne diese Belastung wäre der Umsatzsprung noch deutlicher ausgefallen. Es ist bereits das dritte Mal in der Unternehmensgeschichte, dass die 5-Milliarden-Marke übertroffen wurde.
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Margenziel am unteren Ende
Für 2025 zeigt sich das Management zuversichtlich, die operative Marge um 20 bis 40 Basispunkte zu steigern – allerdings am unteren Ende dieser Spanne. Die außergewöhnlich hohen Rohstoffkosten hinterlassen ihre Spuren. Dennoch: Die Zielerreichung unter diesen Bedingungen wäre ein Erfolg.
Für die kommenden Jahre hält Lindt & Sprüngli an den mittelfristigen Wachstumszielen fest: 6 bis 8% organisches Umsatzwachstum und eine jährliche Margenverbesserung von 20 bis 40 Basispunkten. Eine ambitionierte Ansage in Zeiten zurückhaltenden Konsumverhaltens und geopolitischer Unsicherheit.
Die Rechnung des Premiumherstellers geht auf: Wer Qualität will, zahlt auch in schwierigen Zeiten. Die Frage bleibt, wie lange sich diese Preismacht noch ausspielen lässt.
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