Der US-Autoteile-Konzern LKQ hat heute seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und enttäuscht die Börse auf ganzer Linie. Der Gewinn je Aktie verfehlte die Erwartungen deutlich, im vorbörslichen Handel sackte der Kurs um 5,57 Prozent auf 31,37 Dollar ab. Die Anleger reagieren damit nervös auf die schwachen Ergebnisse und die verhaltene Prognose für 2026.
Gewinn verfehlt Erwartungen deutlich
Im vierten Quartal 2025 erwirtschaftete LKQ einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,59 Dollar – die Analysten hatten jedoch 0,64 Dollar erwartet. Das entspricht einer negativen Überraschung von 7,81 Prozent. Beim Umsatz sah es hingegen besser aus: Mit 3,31 Milliarden Dollar übertraf das Unternehmen die Prognosen um 1,85 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal legte der Erlös um 2,7 Prozent zu. Doch der Gewinn brach ein: Im vierten Quartal 2024 hatte LKQ noch 0,78 Dollar je Aktie verdient.
CEO Justin Jude betonte in der Telefonkonferenz dennoch die Leistung des Unternehmens: „Wir haben 2025 viel erreicht und konzentrieren uns darauf, diese Dynamik 2026 fortzusetzen.“ Tatsächlich lag der freie Cashflow im Gesamtjahr mit 847 Millionen Dollar über den Erwartungen – ein wichtiger Lichtblick in einem schwierigen Jahr.
Nordamerika kämpft mit schwachen Claims
In Nordamerika ging der organische Umsatz im vierten Quartal um ein Prozent zurück, für das Gesamtjahr 2025 stand ein Minus von 1,9 Prozent zu Buche. Verantwortlich dafür war vor allem die anhaltend schwache Zahl reparierbarer Schadenfälle. Diese waren im ersten Quartal 2025 noch um zehn Prozent eingebrochen, erholten sich aber sukzessive und lagen im vierten Quartal nur noch vier bis sechs Prozent unter Vorjahr.
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Trotz des schwierigen Umfelds konnte LKQ Marktanteile hinzugewinnen, insbesondere bei Multi-Shop-Betreibern (MSOs). „Unsere Volumen mit MSOs sind im zweistelligen Bereich gestiegen, während die meisten MSOs selbst nur flach bis leicht positiv gewachsen sind“, erklärte Jude. Das zeige die Stärke des LKQ-Angebots. Die EBITDA-Marge im Segment Nordamerika sank allerdings auf 12,7 Prozent – ein Rückgang von 380 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr.
Europa bleibt Sorgenkind
Noch deutlicher fielen die Probleme in Europa aus. Hier brach der organische Umsatz im vierten Quartal um 5,2 Prozent ein, für das Gesamtjahr 2025 stand ein Minus von 3,9 Prozent. Schwache Konsumentenstimmung, wirtschaftliche Unsicherheit und aggressiver Preiswettbewerb setzen dem Geschäft zu. LKQ reagierte mit einer offensiveren Preisstrategie und baute das Eigenmarkengeschäft massiv aus – auf Kosten kurzfristiger Margen.
„Ich bin enttäuscht von den Ergebnissen in Europa“, räumte Jude ein. Doch er betonte auch: „Ich bleibe vollständig zuversichtlich in unser Team und die entschlossenen Maßnahmen, die wir ergriffen haben.“ Das Unternehmen hat bereits 71.000 Artikel aus dem Sortiment genommen – etwa die Hälfte des geplanten Ziels – und plant weitere Integrationsschritte. Im zweiten Quartal 2026 soll eine wichtige Systemintegration abgeschlossen werden, die dann erhebliche Kostensenkungen ermöglichen soll.
Die EBITDA-Marge in Europa fiel auf 8,3 Prozent, ein Rückgang von 180 Basispunkten. CFO Rick Galloway zeigte sich dennoch optimistisch: „Wir erwarten, dass Europa 2026 wieder nahe an die zweistellige EBITDA-Marge herankommt.“
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Vorsichtige Prognose für 2026
Für das laufende Jahr 2026 rechnet LKQ mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 2,90 und 3,20 Dollar. Der freie Cashflow soll zwischen 700 und 850 Millionen Dollar liegen. Beim organischen Umsatzwachstum geht das Unternehmen von minus 0,5 bis plus 1,5 Prozent aus – eine ausgesprochen vorsichtige Prognose. Nordamerika soll leicht positiv wachsen, Europa bleibt voraussichtlich negativ, während das Segment Specialty im mittleren einstelligen Bereich zulegen könnte.
Das Unternehmen hat zudem einen Restrukturierungsplan genehmigt, der 60 bis 70 Millionen Dollar kosten wird, aber jährliche Einsparungen von mehr als 50 Millionen Dollar bringen soll – über die Hälfte davon bereits 2026. „Wir konzentrieren uns darauf, Volumen- und Inflationsdrücke durch Produktivitätsinitiativen und disziplinierte Kapitalallokation auszugleichen“, so Galloway.
Strategische Überprüfung läuft
Ende Januar 2026 hat der Verwaltungsrat von LKQ eine umfassende strategische Überprüfung eingeleitet. „Angesichts der Stärke unserer zugrunde liegenden Performance ist klar geworden, dass unser aktueller Aktienkurs nicht den wahren Wert oder das langfristige Potenzial unserer Geschäfte widerspiegelt“, erklärte Jude. Der Vorstand prüfe nun, ob alternative Strukturen den Wert effektiver freisetzen könnten. Zu Details oder Zeitplänen wollte sich das Management nicht äußern.
Gleichzeitig treibt LKQ den geplanten Verkauf des Specialty-Segments voran. Dieses hatte im vierten Quartal mit einem organischen Umsatzwachstum von 7,8 Prozent erneut überzeugt. „Das Interesse an unserem Specialty-Segment bleibt robust, und wir erwarten, in der ersten Jahreshälfte 2026 Updates zu geben“, sagte Jude.
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