Lockheed Martin hat geliefert – und zwar deutlich mehr, als der Markt noch vor wenigen Wochen erwartet hatte. Der Rüstungskonzern meldete heute Quartalszahlen, die selbst optimistische Schätzungen übertrafen, und hob im gleichen Zug die Jahresprognose an. Nach einem schwachen ersten Quartal mit Margendruck bei den F-16-Programmen war das keine Selbstverständlichkeit.
Starkes Quartal nach holprigem Jahresstart
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um elf Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn sprang auf 1,8 Milliarden Dollar oder 7,94 Dollar je Aktie – im Vorjahresquartal hatten Programmverluste und Sonderbelastungen von zusammen rund 1,8 Milliarden Dollar den Gewinn auf lediglich 342 Millionen Dollar gedrückt. Der freie Cashflow erreichte 2,9 Milliarden Dollar, nach einem negativen Wert im Vorjahresquartal.
Besonders der Auftragsbestand sticht heraus: Mit neuen Bestellungen von 65 Milliarden Dollar im Quartal wuchs das Backlog auf einen Rekordwert von 230 Milliarden Dollar. Darin enthalten ist ein Mehrjahresvertrag mit der Missile Defense Agency zur Produktion von THAAD-Abfangraketen im Volumen von 35 Milliarden Dollar – einer der größten Einzelaufträge in der jüngeren Unternehmensgeschichte.
Prognose hebt Erwartungen deutlich an
Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzwachstum von rund acht Prozent, der operative Segmentgewinn soll um 28 Prozent zulegen. Der freie Cashflow soll die Marke von sieben Milliarden Dollar übertreffen. Diese Anhebung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Analysten zuletzt eher zurückhaltend auf die Umsatzentwicklung geblickt hatten – die Kursziele lagen vor den Zahlen zwischen 582 und rund 607 Dollar.
Operativ setzt Lockheed auf Tempo: Das Counter-Drohnen-System Sanctum durchlief den Weg vom Konzept zum erfolgreichen Live-Fire-Test in nur 45 Tagen. Parallel baut der Konzern seine Fertigungskapazitäten aus – über eine Kooperation mit General Motors Defense in den USA und ein Abkommen mit Rheinmetall zur gemeinsamen ATACMS-Produktion in Europa.
Der Board hat zudem die Dividende für das dritte Quartal 2026 auf 3,45 Dollar je Aktie festgelegt. Ausgezahlt wird sie am 25. September 2026 an Aktionäre, die am 1. September 2026 im Aktienregister eingetragen sind.
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