Lockheed Martin hat heute nach einem kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg die Jahresprognose angehoben. Zugleich erreichte der Auftragsbestand einen neuen Rekord. Der Produktionshochlauf bei Raketen und Jets stärkt damit den Ausblick. Eine wichtige Einschränkung bleibt allerdings die Finanzierung bereits angefallener Kosten im F-35-Programm. Die Aktie gewinnt heute 4,3% und spiegelt damit eine positive Marktreaktion auf die Nachrichten wider.
Umsatz und Gewinn legen zu
Im dritten Quartal 2026 erzielte Lockheed Martin einen Umsatz von 20,711 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 11% gegenüber dem Vorjahresquartal. Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 7,97 US-Dollar.
Das Wachstum war breit abgestützt: Alle vier Segmente steigerten ihre Erlöse gegenüber dem Vorjahr. Reuters berichtet über die erhöhte Jahresprognose im Zusammenhang mit dem Hochfahren der Raketen- und Jetproduktion. Damit steht hinter dem verbesserten Ausblick nicht allein die Aussicht auf künftige Aufträge, sondern auch ein höheres Geschäftsvolumen im abgelaufenen Quartal.
Der Nettogewinn stieg um 14% auf 1,845 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen nach der Anhebung einen Umsatz von etwa 80–82 Milliarden US-Dollar.
Beim verwässerten Ergebnis je Aktie liegt der neue Zielkorridor bei 30,35–30,75 US-Dollar. Den freien Cashflow veranschlagt Lockheed Martin auf 7,8–8 Milliarden US-Dollar.
Die höhere Prognose für den freien Cashflow ist für Anleger besonders relevant. Sie signalisiert mehr erwarteten finanziellen Spielraum im Gesamtjahr, obwohl die Mittelzuflüsse im jüngsten Quartal gegenüber dem Vorjahr zurückgingen.
Der operative Cashflow erreichte im Berichtsquartal 3,438 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow betrug 2,999 Milliarden US-Dollar und lag damit um 348 Millionen US-Dollar unter dem Vorjahreswert. Gewinnwachstum und Mittelzufluss entwickelten sich somit nicht im Gleichschritt.
Raketen treiben den Auftragsbestand
Zum Ende des Quartals erreichte der Auftragsbestand den Rekordwert von 291,984 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem zweiten Quartal entspricht das einem Zuwachs von 27%. Darin enthalten ist ein PAC-3-MSE-Auftrag über 52,5 Milliarden US-Dollar.
Der hohe Bestand stärkt die Sichtbarkeit künftiger Umsätze. Für die Ergebnisentwicklung kommt es allerdings darauf an, wie Lockheed Martin diese Aufträge abarbeitet. Der Produktionshochlauf muss nicht nur zusätzliche Erlöse bringen, sondern sich auch in Gewinnen und Mittelzuflüssen niederschlagen.
Besonders dynamisch entwickelte sich Missiles and Fire Control. Der Segmentumsatz stieg um 24% auf 4,501 Milliarden US-Dollar. PAC-3 und THAAD steuerten 480 Millionen US-Dollar zum Umsatzanstieg bei.
Die Bedeutung des Raketengeschäfts reicht dabei über das jüngste Quartal hinaus. UBS erwartet für Missiles and Fire Control bis 2030 ein jährliches Wachstum von 20%. PAC-3, THAAD sowie JASSM/LRASM könnten nach Einschätzung des Hauses bis Ende des Jahrzehnts zusammen 15 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Umsatz bringen.
Diese Einschätzung ist eine langfristige Prognose, kein bereits gesicherter Umsatz. Sie verdeutlicht aber, warum die Entwicklung der Raketenprogramme für die Beurteilung des weiteren Wachstumspotenzials wichtig ist.
Finanzierungsrisiko beim F-35 bleibt
Neben dem stärkeren Ausblick steht eine konkrete Warnung aus dem F-35-Programm. Die Kosten für Lot 20 überstiegen im dritten Quartal die aktuelle Vertragsgenehmigung und Finanzierung.
Ohne zusätzliche Freigaben und Mittel der US-Regierung drohen laut Unternehmen negative Folgen für künftige Ergebnisse, Cashflows und die Finanzlage. Der Rekordauftragsbestand beseitigt dieses Risiko nicht: Nachfrage, vertragliche Genehmigung und verfügbare Finanzierung sind unterschiedliche Größen.
Für Anleger ergibt sich deshalb ein zweigeteiltes Bild. Das operative Wachstum und die angehobenen Jahresziele stützen die Aktie. Ob daraus dauerhaft stärkere Mittelzuflüsse entstehen, hängt auch von der Finanzierung und der Umsetzung der Programme ab. Die entscheidende Messlatte ist damit nicht nur der nächste Auftrag, sondern die profitable Abarbeitung des gewachsenen Bestands.
Stand heute, 22. Oktober: Lockheed Martin – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Lockheed Martin investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 22. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

