Milliarden-Aufträge, Präsidentenlob und eine frische Dividende — und mittendrin eine 4,25-Milliarden-Dollar-Klage. Für Lockheed Martin verdichten sich gerade gegensätzliche Kräfte zu einer ungewöhnlichen Gemengelage.
Die Klage im Detail
Die Anwaltskanzlei Napoli Shkolnik hat im Namen der SDR Group, einem puerto-ricanischen Unternehmen für geophysikalische Vermessungstechnologie, Klage vor dem US-Bezirksgericht für den Eastern District of Virginia eingereicht. Der Vorwurf ist schwerwiegend: Mitarbeiter, Berater und Lieferanten von Lockheed Martin sollen über mehrere Jahre hinweg das proprietäre Geschäftsmodell von SDR Group systematisch abgeschöpft haben, um damit das konkurrierende Luft- und Raumfahrtunternehmen AT2 Aerospace aufzubauen. SDR Group soll zudem aus einem von Lockheed selbst initiierten 3,4-Milliarden-Dollar-Deal herausgedrängt worden sein.
Die Klage kommt zur Unzeit. Lockheed steht bereits in einem laufenden Steuerstreit über 4,6 Milliarden Dollar. Zusammen ergibt sich ein potenzieller rechtlicher Gesamtüberhang von knapp neun Milliarden Dollar — ein Faktor, den Anleger bei der Bewertung der Bilanzflexibilität einkalkulieren müssen. Hinzu kommt das Reputationsrisiko: Für einen Rüstungskonzern, dessen Geschäft auf Vertrauen mit Lieferanten und Behörden basiert, wiegen Vorwürfe dieser Art besonders schwer.
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Geopolitischer Rückenwind bleibt stark
Auf der anderen Seite steht ein politisches Umfeld, das Lockheed kaum besser passen könnte. Präsident Trump lobte das Unternehmen öffentlich für den Bau von fünf bis sechs neuen Produktionsanlagen und sprach von einer Rüstungsproduktion auf historisch einmaligem Niveau. Verteidigungsminister Hegseth bestätigte am 19. März, dass ein Ergänzungshaushalt von bis zu 200 Milliarden Dollar in Erwägung gezogen wird — mit explizitem Fokus auf Munitionsauffüllung und Zukunftsfähigkeit der Streitkräfte. Das Golden-Dome-Raketenabwehrprogramm soll zudem auf Lockheed Martins THAAD-System zurückgreifen.
Aus Europa kommt ebenfalls ein konkretes Auftragszeichen: Ein griechischer Parlamentsausschuss billigte am 16. März die Modernisierung von 38 F-16-Jets auf den Viper-Standard — Kosten rund eine Milliarde Euro. Griechenland plant außerdem die Abnahme von mindestens 20 F-35-Kampfjets, mit Option auf weitere 20 Maschinen.
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Dividende und Kurslage
Noch diese Woche, am 27. März, schüttet Lockheed eine Quartalsdividende von 3,45 Dollar je Aktie aus. Die Aktie hat sich im Jahresverlauf bereits deutlich erholt — rund 28 Prozent seit Jahresbeginn — liegt aber mit einem RSI von knapp 30 in überverkauftem Terrain und rund sechs Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 2. März.
Wie das Gericht im Eastern District of Virginia mit den frühen Anträgen im SDR-Verfahren umgeht und ob eine außergerichtliche Einigung in Sicht ist, dürfte die Kursentwicklung der nächsten Wochen maßgeblich mitbestimmen.
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