LPKF Laser nimmt in dieser Woche an der GFAB Conference in Chicago teil. Der Termin fällt in eine Phase, in der die Aktie nach einem spektakulären Jahreslauf deutlich unter ihrem Allzeithoch notiert — und Anleger die Wachstumsstory neu einpreisen.
Glasbearbeitung als Kernthema
Die NGA Glass Fabricators Conference läuft vom 14. bis 17. Juni im Radisson Blu Hotel in Chicago. Das Format bringt Entscheidungsträger und technische Führungskräfte aus der Glasverarbeitung zusammen.
Für LPKF ist der Auftritt kein Zufallstermin. Das Unternehmen hat zuletzt die hochpräzise Glasbearbeitung und Advanced Semiconductor Packaging als zentrale Wachstumsfelder hervorgehoben. Die LIDE-Technologie läuft bei mehreren Halbleiterkunden in Test- und Entwicklungsumgebungen. Mit einigen davon führt LPKF bereits Gespräche über erste Produktionsanlagen.
Eine Auftragsmeldung ersetzt die Konferenz nicht. Sie liefert aber einen operativen Bezugspunkt für genau die Themen, die die Neubewertung der Aktie zuletzt angetrieben haben.
Starker Lauf, aber deutlich unter Hoch
Die Kursentwicklung erzählt zwei Geschichten gleichzeitig. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 269 Prozent zugelegt — ein außergewöhnlicher Zuwachs. Das Allzeithoch von 30,00 Euro erreichte sie am 25. Mai. Seitdem liegt sie 26 Prozent darunter, der Schlusskurs vom Freitag betrug 22,20 Euro.
Der RSI von 52,6 signalisiert keine Überhitzung. Allerdings zeigt die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 141 Prozent, wie heftig die Ausschläge in beide Richtungen ausfallen können.
Fundamentaldaten bleiben belastet
Das erste Quartal 2026 verlief operativ schwierig. Der Umsatz fiel auf 17,1 Millionen Euro, nach 25,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBIT lag bei minus 5,7 Millionen Euro.
Der Auftragseingang hellt das Bild etwas auf. Er stieg auf 24,1 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio erreichte 1,4 — mehr Aufträge als Umsatz, ein klassisches Vorauslaufsignal. Für das Gesamtjahr erwartet LPKF einen Konzernumsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent liegen. Potenzielle Volumenaufträge aus dem Advanced-Packaging-Bereich sind in dieser Prognose noch nicht enthalten.
Der nächste Finanzbericht folgt am 23. Juli 2026, wenn LPKF den Halbjahresbericht vorlegt. Bis dahin entscheidet der Markt, ob der GFAB-Auftritt die Glasbearbeitungs-Story stützt — oder ob nach dem starken Jahreslauf Gewinnmitnahmen die Oberhand gewinnen.
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