Die Solarflaute und verschobene Halbleiteraufträge belasten LPKF stärker als gedacht. Die Aktie fiel am Vormittag zeitweise um mehr als neun Prozent auf 10,55 Euro und war damit Schlusslicht im SDAX. Die Prognose steht, doch die Hoffnung ruht auf einer Technologie, die noch keinen konkreten Auftrag gebracht hat.
Solar und Halbleiter bremsen
Der Umsatz der ersten neun Monate sank um 28 Prozent auf 60,3 Millionen Euro. Das bereinigte Ebit rutschte auf minus 8,9 Millionen Euro, nach minus 0,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich steht ein Fehlbetrag von 13,7 Millionen Euro.
Im dritten Quartal schrieb LPKF trotz rückläufiger Erlöse wieder ein positives Ergebnis. Nahezu alle Geschäftsbereiche lagen unter Vorjahr. Nur Electronics legte zu, getragen von der Nachfrage nach Tensor-Technologie für die Laserbearbeitung.
Am härtesten trifft es das Solargeschäft. Kunden schieben Investitionen auf, weil sie auf den Technologiewechsel zu Perowskit-Solarzellen blicken. Ein größerer Auftrag aus China fehlt bislang.
Die Wette auf Glas
Im Advanced Packaging verzögern sich erwartete Bestellungen. Dabei geht es um neue Verfahren der Chipfertigung mit Glas. Mit der LIDE-Technologie will LPKF Glas für die Halbleiterproduktion strukturieren. Der Übergang von Entwicklungsprojekten in die Serienfertigung dauert länger als geplant.
Eine Absichtserklärung eines führenden asiatischen Herstellers nennt Vorstandschef Klaus Fiedler einen wichtigen Meilenstein. Einen konkreten Auftrag hat LPKF bislang nicht gemeldet.
Prognose bestätigt, Umbau läuft
Die Ende September gesenkte Prognose bleibt bestehen. Für 2026 erwartet LPKF einen Umsatz von 93 bis 100 Millionen Euro, nach gut 115 Millionen Euro im Jahr 2025. Die bereinigte Ebit-Marge soll zwischen minus 7,0 und minus 2,5 Prozent liegen. Das Management spricht von einem anspruchsvollen Schlussquartal.
Das Sparprogramm „North Star“ soll bis 2028 zu einer zweistelligen operativen Marge führen. Die jährlichen Einsparungen von gut 8 Millionen Euro greifen laut Fiedler schrittweise. Der erste Teil ist abgeschlossen.
Als Nächstes steht eine neue Organisationsstruktur mit zentralen Funktionen für Entwicklung, Produktion, Lieferketten und Vertrieb an. Sie soll zu Jahresbeginn 2027 starten und wird derzeit mit dem Betriebsrat beraten. Ein weiterer Stellenabbau ist geplant. Ende September beschäftigte LPKF 651 Menschen, 85 weniger als ein Jahr zuvor.
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