Auf 136 Prozent in einem Monat — und jetzt Ernüchterung. Die LPKF-Aktie verliert am Donnerstag fast zehn Prozent und fällt auf 14,50 Euro. Zwei Analysten liefern dafür eine klare Erklärung.
Blogbeitrag als Kursmotor
Auslöser der Rally war kein Großauftrag. Ein Blogbeitrag über die Wertschöpfungskette in der Chip-Industrie rückte LPKF ins Rampenlicht — genauer das TGV-Verfahren (Through Glass Vias) für Mikrochips und Elektronikverpackung. Der Text nannte mögliche Kunden und hob LPKFs Stellung im Segment hervor.
Bastian Brach von Montega urteilt knapp: „Der jüngste Kursanstieg ist primär stimmungsgetrieben und nicht fundamental unterlegt.“ Neue Erkenntnisse habe der Blogbeitrag nicht geliefert. Montega stuft die Aktie auf „Halten“ und setzt das Kursziel auf 9,00 Euro — weit unter dem aktuellen Kurs.
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Malte Schaumann von Warburg Research sieht es ähnlich. Er führt die Rally auf wachsende Social-Media-Aktivität rund um LPKFs LIDE-Technologie zurück — eine Laser-induzierte Tiefenätzung von Glas. Am Einführungsstatus habe sich zuletzt nichts geändert. Sein Fazit: „Das Glas-Narrativ läuft dem Auftragsbuch vorweg.“
Technologie stark, Auftragsbuch schwach
Die Technologie selbst ist unbestritten. LPKF beherrscht mit dem LIDE-Verfahren alle Glaszusammensetzungen — auch die für Advanced Packaging kritischen Aluminosilikat-Gläser. Wettbewerber wie Philoptics, E&R oder Trumpf liefern oft nur bei einfacheren Glasarten gute Ergebnisse. Über 80 Prozent Marktanteil in den Qualifizierungen belegen, dass Kunden wie SEMCO oder Absolics auf LPKFs Prozessreife setzen.
Das Problem liegt woanders. Großaufträge aus dem Halbleiterbereich fehlen in der aktuellen Prognose. Sie hängen von der Freigabe nachgelagerter Prozessschritte ab — ein Zeitplan, den LPKF nicht selbst bestimmt.
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Operative Zahlen unter Druck
Das Geschäftsjahr 2025 war kein Glanzstück. Der Umsatz sank auf 115,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand schrumpfte auf 27 Millionen Euro. Die Schwäche im chinesischen Solarmarkt belastet weiter.
Für 2026 erwartet LPKF einen Umsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro. Das Transformationsprogramm „North Star“ zielt bis 2028 auf eine zweistellige operative Marge. Die Umstrukturierung kostet im laufenden Jahr allerdings drei bis vier Prozent des Umsatzes.
Eine mögliche Großorder im LIDE-Bereich stellt das Unternehmen für das zweite Halbjahr in Aussicht. Bis dahin bleibt Montegas Kursziel von 9,00 Euro ein deutlicher Dämpfer für alle, die beim aktuellen Niveau eingestiegen sind.
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