Lufthansa: 1.300 CityLine-Mitarbeiter ohne Sozialplan

Die Lufthansa-Aktie verliert nach der CityLine-Stilllegung und gescheiterten Pilotenverhandlungen deutlich an Wert.

Lufthansa Aktie
Kurz & knapp:
  • CityLine-Stilllegung im April
  • Piloten-Schlichtung gescheitert
  • Kerosinkosten mehr als verdoppelt
  • Aktie verliert über sieben Prozent

Die Streikposten an den Flughäfen sind vorerst verschwunden, die tiefgreifenden Probleme der Lufthansa bleiben. Nach der radikalen Stilllegung der Regionaltochter CityLine Mitte April steht der Konzern vor einem gewaltigen Umbau. Explodierende Kerosinpreise und festgefahrene Tarifkonflikte zwingen das Management zu drastischen Einschnitten.

Radikaler Schnitt im Regionalverkehr

Mitte April zog der Vorstand die Konsequenzen und nahm 27 Flugzeuge der CityLine dauerhaft aus dem Programm. Rund tausend wöchentliche Zubringerflüge in Frankfurt und München fielen dadurch weg. Als Hauptgründe nennt das Management die massiv gestiegenen Treibstoffkosten sowie die anhaltenden Arbeitskämpfe.

Nun rückt das Schicksal der Belegschaft in den Mittelpunkt. Für die rund 1.300 betroffenen Beschäftigten müssen Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt werden. Die Gewerkschaft Ufo fordert weitreichende tarifliche Absicherungen. Arbeitnehmervertreter werfen der Führung vor, Mitarbeiter nur zu schlechteren Konditionen im Konzernverbund unterbringen zu wollen.

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Schlichtung vorerst gescheitert

Parallel dazu hakt es bei der Befriedung des Pilotenkonflikts. Ein erster Anlauf für Sondierungsgespräche mit der Vereinigung Cockpit (VC) endete ohne Ergebnis. Beide Seiten konnten sich nicht auf ein einheitliches Themenfeld für eine mögliche Schlichtung einigen. Im Kern streiten die Parteien über die betriebliche Altersversorgung und Vergütungsstrukturen in einzelnen Konzerngesellschaften.

Die Gewerkschaft hat weitere Arbeitskampfmaßnahmen kurzfristig ausgeschlossen. Die Verhandlungspause bietet Passagieren eine Atempause, löst die Blockade aber nicht auf. Scheitern die Gespräche endgültig, droht eine neue Streikwelle in einem ohnehin angespannten wirtschaftlichen Umfeld.

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Treibstoffkosten erzwingen Flottenumbau

Die treibende Kraft hinter dem harten Sparkurs sind die Energiepreise. Seit Ausbruch des Nahost-Krieges haben sich die Kerosinkosten laut Konzernangaben mehr als verdoppelt. Zwar hat die Airline-Gruppe einen Großteil ihres Bedarfs preislich abgesichert. Der ungesicherte Rest schlägt nun massiv auf die Margen durch.

Das Aus der CityLine markiert daher nur den Anfang eines umfassenderen Restrukturierungsprozesses. Im späten Herbst trifft es die Kernmarke. Lufthansa plant, über den Winter mehrere Langstreckenjets der Boeing- und Airbus-Flotte stillzulegen.

An der Börse hinterlässt die Gemengelage deutliche Spuren. Auf Wochensicht gab die Lufthansa-Aktie um über sieben Prozent nach. Die kommenden Wochen erfordern operative Klarheit: Bis zum Start des neuen Sommerflugplans am 1. Juni muss das Management zeigen, wie es die Lücken im Zubringernetz schließt und gleichzeitig die Eskalation mit dem fliegenden Personal verhindert.

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