Lufthansa übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen und senkt trotzdem den Ausblick. Der Grund: Kerosin wird teurer. Das obere Ende der bisherigen Gewinnspanne sei laut Unternehmen nicht mehr realistisch.
Zwei Sparten ziehen das Ergebnis
Das bereinigte EBIT stieg im Quartal um sechs Prozent auf 1,41 Milliarden Euro, Analysten hatten mit 1,37 Milliarden gerechnet. Der Umsatz legte um neun Prozent auf 12,24 Milliarden Euro zu. Der Konzernüberschuss kletterte um 30 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro.
Getragen wurde das von zwei Bereichen. Lufthansa Cargo steigerte das bereinigte EBIT von 49 auf 162 Millionen Euro, erwartet worden waren 109 Millionen. Weniger Kapazität der Konkurrenz im Nahen Osten und deutlich höhere Treibstoffkosten trieben die Frachtpreise. Lufthansa Technik kam auf 200 Millionen Euro nach 130 Millionen im Vorjahr.
Die Passagiersparte schwächelte dagegen. Die Network Airlines, zu denen Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels gehören, verdienten 853 Millionen Euro und damit elf Prozent weniger als 2025. Der Konsens lag bei 904 Millionen. Die Eurowings-Gruppe lieferte mit 214 Millionen Euro mehr als erwartet.
Prognose für 2026 reduziert
Für das Gesamtjahr peilt der Konzern nun ein bereinigtes EBIT von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro an, zuvor waren es bis zu 2,2 Milliarden. Die Netzwerk-Airlines sollen nur noch 600 bis 800 Millionen Euro erreichen, bisher standen 750 Millionen bis 1,15 Milliarden im Plan. Die Prognose für Point-to-Point bleibt unverändert. Für den Konzernumsatz erwartet Lufthansa weiterhin einen deutlichen Anstieg.
Der Konzern rechnet mit rund 600 Millionen Euro Mehrkosten beim Treibstoff. Konzernchef Carsten Spohr betonte, steigende Erlöse und strikte Kostendisziplin hätten den Anstieg im Quartal von etwa einer halben Milliarde Euro mehr als ausgeglichen. Finanzchef Till Streichert machte das Jahresergebnis von Nachfrage, Kerosinpreisen und dem Cargo-Geschäft im vierten Quartal abhängig. Cargo soll dort mindestens das Vorjahresniveau erreichen.
Über neun Monate liegt das bereinigte EBIT mit 1,18 Milliarden Euro rund 20 Prozent unter dem Vorjahr. Nahost-Krise, höhere Kerosinpreise und Streiks von Piloten und Kabinenpersonal belasteten. Kraftstoffsicherungen steuerten einen Gewinn von 1,21 Milliarden Euro bei, nach einem Verlust im Vorjahr.
Die Investitionen sinken auf etwa 2,1 Milliarden Euro, weil weniger Flugzeuge als geplant geliefert werden. Beim Einstieg bei TAP Air Portugal hatte die Regierung in Lissabon am 14. Oktober das Gebot über 1,03 Milliarden Euro für 44,9 Prozent ausgewählt. Der Zuschlag steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Auch andere europäische Fluggesellschaften warnen vor steigenden Spritkosten. Mit dem Auslaufen von Absicherungen dürften die Ticketpreise im kommenden Jahr anziehen.
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