Kerosinknappheit im Nahen Osten, ein eskalierender Gewerkschaftskonflikt — und trotzdem plant Lufthansa die Expansion. Das Unternehmen navigiert gerade durch eine ungewöhnlich dichte Kombination operativer Risiken, die Anleger zunehmend belasten.
Treibstoffversorgung als kritische Variable
Technikvorständin Grazia Vittadini warnte offen vor Versorgungsengpässen beim Flugkraftstoff. Die Blockade der Straße von Hormuz macht sich bereits an asiatischen Flughäfen bemerkbar — ein erheblicher Teil der globalen Kerosinproduktion ist am Persischen Golf konzentriert. In betroffenen Regionen haben sich die Kerosinpreise teilweise mehr als verdoppelt.
Eine Absicherungsquote von 80 Prozent für das laufende Jahr federt den Preisanstieg zumindest teilweise ab. Die logistischen Unsicherheiten in der Lieferkette lassen sich damit jedoch nicht wegrechnen — und genau das belastet die operative Planung.
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Pilotenvereinigung Cockpit unter Druck
Parallel dazu kündigt Lufthansa eine seit 2018 bestehende Freistellungsvereinbarung mit der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) — überraschend und ohne erkennbare Vorwarnung. Rund 100 Piloten konnten bislang in Arbeitsgruppen zu Themen wie Flugermüdung und Luftraumsicherheit tätig sein. Diese Möglichkeit entfällt nun.
Sowohl die Vereinigung Cockpit als auch der internationale Pilotenverband IFALPA wandten sich schriftlich an CEO Carsten Spohr und stufen die Entscheidung als Gefährdung kritischer Sicherheitsarbeit ein. Inwiefern die Kündigung dieser Vereinbarung tatsächlich Sicherheitsstandards berührt, ist offen — der Konflikt selbst aber ist real und kommt zur Unzeit: In einer Phase hoher Auslastung ist die Beziehung zum fliegenden Personal ohnehin angespannt.
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Expansion trotz Gegenwind
Ungeachtet dieser Belastungen hält Lufthansa an ihrer Wachstumsstrategie fest. Der Konzern reichte ein offizielles Gebot für eine Minderheitsbeteiligung an der portugiesischen TAP Air Portugal ein — das Lissabonner Drehkreuz soll vor allem den Zugang zum südamerikanischen Markt stärken. Zum 31. März trat die italienische ITA Airways der Star Alliance bei, was die Integration der Tochtergesellschaft vorantreibt.
Für den Sommerflugplan 2026 plant die Gruppe rund 1.600 zusätzliche Abflüge, davon 540 allein ab Frankfurt und München im Europaverkehr.
Die RBC belässt die Aktie auf „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 7,50 Euro — genau dort, wo das Papier nach einem Rückgang von rund 3 Prozent gegenüber den Vorwochenhochs derzeit notiert. Anleger erhoffen sich auf der Hauptversammlung am 12. Mai 2026 in Frankfurt konkrete Antworten darauf, wie das Management die Energiekrise strategisch einpreist.
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