Lufthansa: Q1-Verlust 612 Millionen unter Prognose

Lufthansa verzeichnet im ersten Quartal einen Rekordumsatz, der operative Verlust sinkt. Die Jahresprognose bleibt bestehen, jedoch mit Risiken durch Treibstoffversorgung.

Lufthansa Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordumsatz von 8,7 Milliarden Euro
  • Operativer Verlust auf 612 Millionen gesenkt
  • Jahresprognose unter Vorbehalt bestätigt
  • Dividende steigt um zehn Prozent

Rekordquartal im schwierigen Umfeld, eine Hauptversammlung vor der Tür und ein Kerosinproblem, das noch größer werden könnte: Lufthansa hat am 6. Mai einen Q1-Bericht vorgelegt, der besser ausfiel als befürchtet — und die Aktie reagierte prompt.

Der bereinigte operative Verlust schrumpfte auf 612 Millionen Euro, nach 722 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Konzernumsatz: 8,7 Milliarden Euro, ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert für ein erstes Quartal. Die Aktie durchbrach am Berichtstag die 200-Tage-Linie nach oben und notiert aktuell bei 8,47 Euro — rund 36 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom vergangenen Mai.

Nahost-Krise: Fluch und Segen zugleich

Die Schließung der Straße von Hormuz treibt die Kerosinpreise und belastet die Kostenbasis 2026 nach aktuellen Schätzungen mit rund 1,7 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr ist der Bedarf zu rund 80 Prozent abgesichert — das dämpft den unmittelbaren Schaden.

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Auf der Nachfrageseite dreht sich das Bild. Reisende meiden die Golfregion als Drehkreuz, was den Netzwerk-Airlines Zulauf auf Asien- und Afrika-Routen beschert. Die Auslastung kletterte auf 81,9 Prozent, die Stückerlöse legten um 3,3 Prozent zu.

Stabil liefen die Töchter. Lufthansa Technik hielt das Ergebnis auf Vorjahresniveau bei 158 Millionen Euro, das externe Kundengeschäft wuchs um 19 Prozent. Lufthansa Cargo steigerte das operative Ergebnis auf 83 Millionen Euro — ein Plus von 21 Millionen Euro, gestützt durch sieben Prozent mehr Frachtkapazität.

Prognose mit Vorbehalt

Der Konzern hält an seiner Jahresprognose fest: Das bereinigte operative Ergebnis soll deutlich über dem 2025er-Wert von 1,96 Milliarden Euro liegen. CFO Till Streichert formulierte die Bedingung klar — „sofern es keine Treibstoffversorgungsengpässe oder weitere Streiks gibt.“ Das Kapazitätswachstum wurde auf null bis zwei Prozent gestutzt, nach zuvor geplanten vier Prozent.

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Hauptversammlung am 12. Mai

Wenige Tage nach den Zahlen steht die Hauptversammlung an — am 12. Mai in der Messe Frankfurt, erstmals wieder als Präsenzveranstaltung. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 0,33 Euro je Aktie vor, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Ex-Tag wäre der 13. Mai.

Auf der Agenda stehen außerdem die Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder, darunter Wolfgang Nickl als Nachfolger von Carsten Knobel, sowie die Schaffung eines genehmigten Kapitals und einer Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen.

Die Sommerbuchungen deuten auf eine starke Premiumsaison hin. Ob das reicht, das operative Ergebnis klar über die Zwei-Milliarden-Marke zu heben, hängt wesentlich davon ab, wie sich die Treibstofflage in der zweiten Jahreshälfte entwickelt.

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Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

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