Lundin Gold steht vor einer Zerreißprobe. Während das Bohrgerät im ecuadorianischen Dschungel Rekordwerte liefert, ziehen Anleger massiv Kapital ab. Der jüngste Kursrutsch am Freitag zeigt die wachsende Nervosität vor den anstehenden Quartalszahlen.

Warten auf die Kostenquote

Dabei meldete das Unternehmen erst kürzlich beeindruckende Funde. Im Projekt Fruta del Norte South stießen die Geologen auf 108,61 Gramm Gold pro Tonne. Ein weiterer Bohrkern lieferte einen Spitzenwert von 236,62 Gramm über eine Distanz von knapp vier Metern. Die Geologie liefert ab, aber der Markt blickt starr auf die Bilanz.

Der Fokus verschiebt sich nun auf die vollständigen Ergebnisse für das zweite Quartal. Zwar ist die Goldproduktion mit 118.994 Unzen bereits bekannt, doch eine entscheidende Kennzahl fehlt noch. Investoren warten gespannt auf die All-In Sustaining Costs (AISC).

Dividende trifft Volatilität

Ein geplanter Wartungsstopp in der Verarbeitungsanlage drückte die Produktion erwartungsgemäß. Nun muss das Management belegen, dass die Kostenkontrolle trotz der Stillstandszeiten gegriffen hat. Finanziell steht der Konzern auf einem soliden Fundament. Das Unternehmen ist schuldenfrei und verfügt über eine hohe Liquidität.

Parallel dazu hält der Vorstand an seiner Ausschüttungsstrategie fest. Im Mai floss eine Dividende von 1,21 US-Dollar je Aktie an die Anteilseigner. Diese setzt sich aus einer festen Basis und einer variablen Komponente des freien Cashflows zusammen. Die hohen Erzgrade in Ecuador ermöglichen diese hohen Ausschüttungen.

Der Schlusskurs von 48,86 Euro am Freitag markiert einen weiteren Rückschlag. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf rund 32,51 Prozent. Bis zur Veröffentlichung des Berichts Anfang August dürften die Notierungen empfindlich auf jede Bewegung des Goldpreises reagieren.