Die Erwartungen an LVMH fallen vor den anstehenden Umsatzzahlen verhalten aus. In einer heute veröffentlichten Vorschau rechnen die Analysten von HSBC Medienberichten zufolge mit einem Wachstum von 1% für das Unternehmen. Für den Bereich Mode und Lederwaren erwarten sie dagegen einen Rückgang von 2%. Damit steht weniger eine breite Erholung als die unterschiedliche Entwicklung innerhalb des Unternehmens im Mittelpunkt.

HSBC senkt die Erwartungen

Die Prognosen beziehen sich auf das dritte Quartal 2026. HSBC reduzierte die Schätzungen nach schwächer als erwarteten Bedingungen im Vorfeld der Veröffentlichung. Als Gründe nannte das Haus China sowie anspruchsvolle Vergleichswerte für das US-Geschäft.

Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Ein Wachstum auf Unternehmensebene würde nach diesen Erwartungen noch keine Erholung bei Mode und Lederwaren bedeuten. Die Prognose verbindet vielmehr einen leichten Zuwachs insgesamt mit einer weiterhin rückläufigen Entwicklung in diesem Bereich. Beide Angaben sind Erwartungen, keine veröffentlichten Geschäftszahlen.

LVMH veröffentlicht den Quartalsumsatz heute nach dem Pariser Börsenschluss. Der angekündigte Investoren-Webcast beginnt um 18:00 Uhr Pariser Zeit. Die Veröffentlichung wird damit zum Prüfstein für die vorsichtigeren Schätzungen.

Belastungen in China und den USA

Reuters berichtete am Freitag über zusätzliche Belastungen vor den Quartalsmeldungen. Dazu gehörten Chinas verschärftes steuerliches Vorgehen gegen wohlhabende Privatpersonen, Anzeichen einer nachlassenden US-Luxusnachfrage und die Folgen des Iran-Kriegs.

Diese Faktoren erklären, weshalb die Erwartungen trotz eines möglichen Umsatzwachstums zurückhaltend ausfallen. Die von HSBC genannten Risiken betreffen ebenfalls China und die USA. Aus den Belastungen lässt sich allerdings noch kein konkreter Umsatzrückgang für LVMH ableiten. Entscheidend ist, wie stark sie sich tatsächlich im Geschäft niederschlagen.

Kaufempfehlung mit vorsichtigerem Kursziel

Auch UBS hatte die Erwartungen zurückgenommen. Am 5. Oktober senkte das Haus sein LVMH-Kursziel von 645 Euro auf 525 Euro und behielt die Kaufempfehlung bei. Die Analysten begründeten dies mit realistischeren Erwartungen für europäische Luxusunternehmen im Jahr 2027.

Ihre Hoffnungen für 2026 hätten sich als verfrüht erwiesen. Die Kurszielsenkung und die beibehaltene Kaufempfehlung setzen damit unterschiedliche Akzente: UBS reduzierte die erwartete Bewertung, gab die positive Anlageeinschätzung aber nicht auf.

Für die Einordnung der anstehenden Zahlen zählt deshalb nicht allein die Wachstumsrichtung des Gesamtumsatzes. Ebenso wichtig ist, ob Mode und Lederwaren die skeptischeren Erwartungen bestätigen. Ein leichter Zuwachs insgesamt wäre noch kein Beleg für eine gleichmäßige Erholung.