Während die Aktie von Madison Air Solutions unter dem Übernahme-bedingten Verkaufsdruck der vergangenen zwei Wochen leidet, setzen Großaktionäre ein deutliches Signal. Chairman Larry Gies und der Schweizer Milliardär Ernesto Bertarelli griffen in der Privatplatzierung Ende August massiv zu – und Direktor La Force Andrew Hudson III kaufte zusätzlich Aktien am offenen Markt.

Gies und seine verbundenen Gesellschaften erwarben in der Kapitalrunde 24.829.795 Class-A-Aktien zum Platzierungspreis von 24,97 Dollar, aufgeteilt über eine widerrufliche Treuhandstruktur und die Madison Solutions LLC – ein Gesamtvolumen von 620 Millionen Dollar.

Bertarelli investierte über die K.C. Armada LP rund 219 Millionen Dollar und hält damit inklusive seiner Beteiligung über die Kedge Capital Principal Opportunities V LP nun etwa 11 Prozent des Unternehmens.

Direktor kauft am offenen Markt

Neben den institutionellen Zeichnungen der Privatplatzierung fällt der Kauf von Direktor La Force Andrew Hudson III auf: Er erwarb 20.000 Class-A-Aktien im freien Handel zu 27,84 Dollar und hält nach der Transaktion 36.713 Aktien, darunter 16.713 EAR Units. Solche Käufe außerhalb einer koordinierten Kapitalmaßnahme gelten unter Anlegern traditionell als stärkeres Vertrauenssignal als Zeichnungen im Rahmen einer ohnehin laufenden Platzierung.

Die Käufe fallen in eine Phase, in der die ebm-papst-Übernahme für 5,4 Milliarden Dollar die Aktie seit ihrer Ankündigung vor rund zwei Wochen mit rund 14,7 Prozent belastet hat. Investoren fürchten steigende Verschuldung und Verwässerung durch die zur Finanzierung nötige Kapitalerhöhung über 2,25 Milliarden Dollar.

Dass ausgerechnet die bestinformierten Akteure – Chairman, Großaktionär und Verwaltungsrat – in dieser Phase eigenes Kapital nachschießen, dürfte als Gegengewicht zur skeptischen Marktstimmung gelesen werden.

Bestehende Machtposition wird ausgebaut

Die Insider-Käufe reihen sich in ein bereits bekanntes Bild ein: Gies und seine verbundenen Einheiten hatten bereits Mitte August eine Beteiligungsanzeige eingereicht, wonach die Gruppe 336,7 Millionen Class-A-äquivalente Aktien und damit 67,1 Prozent des Class-A-Bestands kontrolliert. Die jüngsten Zukäufe verstärken diese Position weiter, ohne dass eine Übernahme- oder Kontrollwechsel-Meldung damit verbunden wäre.

Die Aktie notiert aktuell bei 21,80 Euro und damit unter den Einstandskursen, zu denen Gies, Bertarelli und Hudson in den vergangenen Wochen gekauft haben. Der jüngste Rückgang von 1,6 Prozent am heutigen Handelstag zeigt, dass der Verkaufsdruck aus der Übernahmefinanzierung noch nicht vollständig verarbeitet ist.

Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob die Insider-Käufe einen Boden markieren oder ob die Sorge um Verschuldung und Verwässerung das Sentiment weiter belastet. Die Antwort dürfte sich erst zeigen, wenn der ebm-papst-Deal seinen für Jahresende erwarteten Abschluss samt der versprochenen Synergien von 160 Millionen Dollar näherrückt.