Marinomed Biotech kämpft mit einer Finanzierungslücke. Weil Zahlungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts später fließen als geplant, benötigt das Unternehmen kurzfristig rund zwei Millionen Euro. Eine Barkapitalerhöhung soll nun die Liquidität bis Mitte 2026 sichern und den notwendigen Spielraum für die kommenden Entwicklungsschritte schaffen.

Konditionen am Limit

Das Unternehmen bietet bis zu 459.985 neue Aktien an. Mit einem Bezugspreis von 14 Euro agiert das Management nah an der Schmerzgrenze: Der Kurs liegt mit zuletzt 14,10 Euro nur noch hauchdünn über diesem Niveau und notiert gefährlich nahe am 52-Wochen-Tief von 13,90 Euro. Bestehende Aktionäre können im Verhältnis 4:1 zugreifen, wobei die Zeichnungsfrist bereits am morgigen Donnerstag endet.

Trotz des geringen Kursabschlags gibt es eine erste Absicherung für die Maßnahme. Ein neuer institutioneller Investor hat sich bereits verpflichtet, junge Aktien im Wert von einer Million Euro zu übernehmen. Dies deckt die Hälfte des angestrebten Kapitals ab und signalisiert dem Markt ein grundlegendes Interesse an der Fortführung der Strategie.

Fokus auf die Pipeline

Das frische Kapital dient primär als Brücke, um die Zeit bis zur geplanten Profitabilität zu überstehen. Marinomed setzt darauf, ab dem Jahr 2026 durch die Vermarktung der Flaggschiffprodukte Budesolv und Tacrosolv nachhaltige Gewinne zu erzielen. Parallel dazu läuft die Prüfung strategischer Optionen für die Marinosolv-Plattform, was die Suche nach neuen Partnern einschließt.

Termine für Anleger

In den kommenden Wochen stehen wichtige Veröffentlichungen an, die Aufschluss über die finanzielle Verfassung des Biotech-Unternehmens geben werden:

  • 09. April 2026: Ende der Zeichnungsfrist für die neuen Aktien
  • 22. April 2026: Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts 2025
  • 11. Juni 2026: Ordentliche Hauptversammlung

Der Jahresfinanzbericht Ende April wird die harten Fakten zur tatsächlichen Belastung durch die verzögerten Carragelose-Zahlungen liefern, bevor die Hauptversammlung im Juni über die langfristige Ausrichtung entscheidet.