Marriott liefert im dritten Quartal und kassiert trotzdem Gewinne ein. Die Aktie sprang zunächst auf ein Rekordhoch von 433,30 Dollar, gab im Verlauf aber nach und notierte am Nachmittag (US-Zeit) bei rund 412 Dollar, etwa 3 Prozent im Plus. Der Konzern hob zugleich seine Jahresziele deutlich an.
Nachfrage übertrifft die eigene Messlatte
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,02 Dollar, erwartet waren 2,83 Dollar. Der Umsatz erreichte 7,01 Milliarden Dollar nach 6,91 Milliarden Dollar im Konsens. Treiber waren höhere Grundgebühren.
Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) stieg weltweit um 6,5 Prozent. Marriott hatte im August nur 3,5 bis 4 Prozent in Aussicht gestellt. In den USA und Kanada legte die Kennzahl um 7,4 Prozent zu, Freizeitreisen wuchsen um 7 Prozent, das Gruppengeschäft um 6 Prozent.
Der Nahe Osten bleibt eine Baustelle, wird aber weniger belastend: Dort fiel der RevPAR um 12 Prozent, im zweiten Quartal waren es noch mehr als 40 Prozent. Europa legte um mehr als 6 Prozent zu.
Prognose klar nach oben
Für 2026 erwartet das Management nun ein RevPAR-Plus von 4,5 bis 5 Prozent. Zu Jahresbeginn standen 1,5 bis 2,5 Prozent im Raum. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um 20 bis 21 Prozent wachsen, bisher waren 16 bis 18 Prozent geplant. Das entspricht einer Spanne von 12,07 bis 12,14 Dollar je Aktie, deutlich über dem bisherigen Konsens.
Die Projektpipeline erreichte mit 634.000 Zimmern einen Rekord. Das Netto-Zimmerwachstum dürfte allerdings am unteren Ende des Ziels von 4,5 bis 5 Prozent landen, weil sich Projekte im Nahen Osten verzögern.
Analysten heben Ziele an
Stifel erhöhte das Kursziel auf 402 Dollar von 343 Dollar, bleibt aber bei „Hold“. Die Aktie notiert damit über dem neuen Ziel. Morgan Stanley setzt nun 403 Dollar an (zuvor 384) und JPMorgan 406 Dollar (zuvor 388).
Die Bewertung rückt in den Blick. Die Aktie legte binnen eines Monats rund 15 Prozent zu. Das Management räumte zudem ein, dass die Fußball-WM den RevPAR im Juni und Juli stützte. Für 2027 nennt Marriott vorläufig 3,5 bis 4,5 Prozent RevPAR-Wachstum, also eine Abschwächung gegenüber 2026.
Das Abflachen nach dem Hoch werten Marktbeobachter als Gewinnmitnahmen. Für das vierte Quartal rechnet der Konsens mit 3,01 Dollar je Aktie bei 7,07 Milliarden Dollar Umsatz. Die Zahlen dürften im Dezember folgen. Gegenwind droht durch die Zwischenwahlen in den USA und schwierige Vergleichswerte im Nahen Osten. Die Prognose für 2027 dürfte im Februar mit den Jahreszahlen konkretisiert werden.
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