Der Kauf von Lumentum belastet Marvell weiter. Die Aktie gab zuletzt um knapp sieben Prozent nach, nachdem sie schon in der Vorwoche kräftig gefallen war. Mehrere Analysten sehen den Rückschlag allerdings als Folge der Deal-Sorgen, nicht als Zeichen für ein geschwächtes Kerngeschäft.

Verwässerung und Integration im Blick

Marvell zahlt für den Laser- und Optikspezialisten Lumentum einen Preis von rund 115 Milliarden Dollar, und zwar vollständig in eigenen Aktien. Genau das verunsichert viele Investoren. Sie fürchten eine starke Verwässerung und Reibungsverluste bei der Integration. Zeitweise rutschte das Kaufziel sogar unter seinen rechnerischen Tauschwert, was auf Skepsis am Markt hindeutet.

Auch die Lumentum-Aktie gab deutlich nach. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sie sich allerdings mehr als vervierfacht, bei Marvell steht ein Plus von gut 100 Prozent zu Buche. Die jüngsten Verluste treffen also zwei Titel mit enormem Vorlauf.

Kursziele bleiben hoch

B.Riley senkte das Kursziel auf 275 Dollar nach zuvor 365 Dollar, bleibt aber bei der positiven Einstufung. Das Haus verweist auf Verwässerung und Integrationsrisiken, die Anleger über die kommenden Quartale beschäftigen dürften. William Blair bestätigte sein Votum „Outperform“ ebenfalls und argumentiert ähnlich.

Beide Häuser sehen Marvell gut aufgestellt, um vom wachsenden KI-Budget zu profitieren. Genannt werden anlaufende XPU-Programme, eine wachsende Zahl an Zusatzprojekten und Zuwächse bei Verbindungstechnik. Der erweiterte Produktmix durch Lumentum könnte die Risiken aus Sicht der Analysten teilweise aufwiegen.

Auch ältere Einschätzungen bleiben deutlich über dem Kurs. Die Spanne reicht von 295 Dollar bei Raymond James über 325 Dollar bei BMO bis zu 370 Dollar bei Stifel und 400 Dollar bei Piper Sandler. Stifel hebt zudem die Marktstellung bei optischen Komponenten hervor und sieht in Microsofts Maia-300-Chips eine große Umsatzchance.

Bewertet wird Marvell derzeit mit dem 24-Fachen des für 2027 erwarteten Gewinns je Aktie und dem 13-Fachen des für 2028 erwarteten. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 60. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt aus Sicht der Analysten davon ab, wie reibungslos die Integration in den kommenden Quartalen verläuft.