Die Bestrebungen großer Technologiekonzerne nach eigener Hardware sorgen für neue Impulse im Halbleitersektor. Marvell Technology wird von Analysten als einer der Hauptprofiteure der kommenden Chip-Generation von Microsoft gehandelt. Am heutigen Dienstag legte die Aktie im deutschen Handel um 0,96 Prozent auf 182,44 Euro zu.
Microsoft plant Maia 300 für das Jahr 2027
Hintergrund der positiven Stimmung sind Berichte über den neuen KI-Beschleuniger Maia 300 von Microsoft. Laut Einschätzung des Wedbush-Analysten Matt Bryson ist Marvell neben dem Fertiger TSMC als direkter Nutznießer dieser Entwicklung positioniert.
Microsoft befindet sich Medienberichten zufolge in Gesprächen über die Produktion von mehr als 300.000 dieser Chips für das Jahr 2027. Langfristig soll das Volumen sogar auf über eine Million Einheiten steigen.
Die Vorstellung des neuen Prozessors könnte bereits im kommenden September erfolgen. Er folgt auf das Modell Maia 200, das im Januar dieses Jahres debütierte. Für Marvell ist dies ein bedeutender Schritt, da das Unternehmen seine Expertise im Bereich kundenspezifischer Siliziumlösungen (Custom Silicon) weiter festigt. Das Management beziffert die Pipeline in diesem Segment auf rund 75 Milliarden US-Dollar.
Quartalszahlen und Marktpotenzial im Blick
Anleger richten ihren Blick bereits auf den 27. August, wenn Marvell die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorlegen wird. Das Unternehmen gab eine Umsatz-Guidance von 2,7 Milliarden US-Dollar aus, was einem Anstieg von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprechen würde. Für das dritte Quartal peilt der Konzern bereits die Marke von 3 Milliarden US-Dollar an.
Die fundamentale Bewertung spiegelt das hohe Wachstumstempo wider. Analysten von 24/7 Wall St. weisen auf ein Kursziel von 273,13 US-Dollar hin und betonen die starke Position im Markt für Rechenzentren, der bis 2028 ein Volumen von 94 Milliarden US-Dollar erreichen soll.
Das Unternehmen profitiert dabei insbesondere von der steigenden Nachfrage nach optischen Verbindungen. Marvell erwartet in diesem Bereich für das laufende Geschäftsjahr ein Wachstum von über 70 Prozent.
Unterstützung durch Branchengrößen
Die Bedeutung von Marvell für die KI-Infrastruktur wurde bereits Anfang Juni auf der Computex unterstrichen. Nvidia-CEO Jensen Huang bezeichnete das Unternehmen in diesem Zusammenhang als potenziellen Billionen-Dollar-Kandidaten. Nvidia selbst hatte Ende März zwei Milliarden US-Dollar in Marvell investiert. Diese strategische Nähe zu den Marktführern untermauert die Rolle des Konzerns als wichtiger Zulieferer für die nächste Phase des KI-Ausbaus.
Trotz einer volatilen Phase im Juli, in der das Papier zeitweise deutlich korrigierte, zeigt die Entwicklung seit Jahresbeginn eine Performance von 150,29 Prozent. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 169,92 Milliarden Euro. Während institutionelle Anleger wie Redhawk Wealth Advisors ihre Positionen zuletzt ausbauten, gab es auf der Führungsebene vereinzelt Verkäufe.
So veräußerte der Finanzvorstand Willem Meintjes am 15. Mai 4.000 Aktien im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans. Dennoch bleibt die Mehrheit der Analysten mit einem „Moderate Buy“-Rating optimistisch gestimmt.
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