Fast 50 Prozent in zwei Handelstagen — und die Rekordjagd geht weiter. Marvell Technology schickt sich an, die Ausnahmewoche fortzuschreiben, diesmal mit einem strukturellen Treiber im Rücken.
Huang-Effekt in Zahlen
Den Startschuss gab Nvidia-Chef Jensen Huang auf der Computex-Messe in Taiwan. Seine Aussage, er traue Marvell einen Börsenwert von einer Billion Dollar zu, wirkte wie ein Katalysator. Am Dienstag legte die Aktie über 30 Prozent zu — der größte Tagesgewinn in der Unternehmensgeschichte. Vorbörslich zur Wochenmitte folgte ein weiteres Plus von rund 12 Prozent, der Kurs notierte dabei um die 330 Dollar. Zum Wochenstart hatte die Aktie noch bei rund 200 Dollar gestanden.
Das Lob des einflussreichsten Manns im KI-Halbleitersektor zieht — kein Wunder, dass Anleger weltweit aufhorchten. Marvell entwickelt spezialisierte Chips für Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur, genau jene Bausteine, ohne die der KI-Boom nicht läuft.
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Indexaufnahme als nächster Schritt
Der nächste Kurstreiber könnte struktureller Natur sein: Eine Aufnahme in den S&P 500 gilt nun als realistisches Szenario. Nach der Kursexplosion der letzten Tage erfüllt Marvell die Marktkapitalisierungsvoraussetzungen, die für eine Indexmitgliedschaft erforderlich sind. Eine solche Aufnahme würde passive Fonds und ETFs zum Kauf zwingen — ein automatischer Nachfrageschub, der unabhängig von fundamentalen Einschätzungen wirkt.
Im Windschatten profitieren auch andere Chip-Aktien. Branchenkollegen wie Micron und Broadcom verzeichnen ebenfalls vorbörsliche Gewinne. Der Sektor zeigt sich robust, obwohl der Gesamtmarkt unter geopolitischen Belastungen steht — eskalierende Gefechte zwischen USA und Iran sowie neue Zolldrohungen aus Washington trüben die Stimmung andernorts.
Broadcom legt nach Handelsschluss am Mittwoch seine Quartalszahlen vor. Sollte der Konzern überzeugen, könnte das der gesamten KI-Chip-Rally — inklusive Marvell — weiteres Fundament liefern.
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