Marvell Technology hat ein bemerkenswertes Geschäftsjahr hinter sich. Mit einem Umsatzwachstum von 42 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar und zwei strategischen Übernahmen im Februar setzt das Unternehmen konsequent auf den Boom rund um KI-Infrastruktur. Nun folgt der nächste Schritt: Auf der OFC 2026 präsentiert Marvell seine neuesten Lösungen für KI-Rechenzentren.

Datencenter als Wachstumsmotor

Der Treiber hinter den starken Zahlen ist eindeutig das Datencenter-Segment. Es macht inzwischen 74,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus und wächst getrieben von der steigenden Nachfrage nach kundenspezifischen KI-Chips und optischen Hochgeschwindigkeitsverbindungen.

Im zuletzt berichteten Quartal erzielte Marvell einen Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 33 Prozent auf 0,80 Dollar. Auch das Kommunikationssegment legte mit einem Zuwachs von 26 Prozent auf 567 Millionen Dollar solide zu.

Neue Produkte, neue Partnerschaften

Gestern erweiterte Marvell sein 1,6T-Optical-DSP-Portfolio um die Modelle Ara X und Ara T. Sie sollen den Übergang zu nächster Generation von Rechenzentrumsverbindungen beschleunigen. Gleichzeitig wurde eine Kooperation mit Mojo Vision bekanntgegeben, um hochdichte Micro-LED-Lösungen für rechenintensive Workloads zu entwickeln.

Die Übernahmen von Celestial AI und XConn Technologies Anfang Februar ergänzen diesen Kurs. Beide Zukäufe sollen die technologische Basis im Bereich optischer Vernetzung und KI-Konnektivität verbreitern — und damit eine Abhängigkeit reduzieren, die Analysten als Risiko einordnen: Marvells Umsätze hängen stark von wenigen Hyperscalern wie Amazon, Google und Microsoft ab.

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,79 Dollar. Die Aktie notiert aktuell rund zehn Prozent unter ihrem Dezember-Hoch von 85,90 Euro, hat sich gegenüber dem April-Tief aber bereits deutlich erholt.