Von der Exploration zur Kommerzialisierung — Max Power Mining zieht das Tempo an. Das kanadische Unternehmen hat den Energieberater GLJ Ltd. aus Calgary beauftragt, das Naturwasserstoff-Projekt Lawson in Saskatchewan kommerziell zu bewerten. Hintergrund: Neue 3D-Seismikdaten deuten auf ein deutlich größeres Vorkommen hin als bislang angenommen.

GLJ bewertet das Lawson-Projekt

GLJ soll die Ressourcenpotenziale des sogenannten Lawson Complex modellieren und schätzen — einem 28 Quadratkilometer großen Areal nahe Central Butte. Das Beratungsmandat umfasst auch die Optimierung des geplanten erweiterten Bohrprogramms, das auf kommerzielle Vorkommen von Naturwasserstoff und Helium abzielt.

Das Lawson-Projekt ist Teil des 475 Kilometer langen Genesis Trends, entlang dessen Dutzende weiterer Explorationsziele identifiziert wurden. Für Mitte 2026 ist ein Bestätigungsbohrung geplant, die den Apex der Lawson-Struktur anpeilt. Der leitende Geowissenschaftler des Unternehmens bezeichnete die 3D-Seismik als „Game Changer“ — sie ermögliche eine präzise Strukturdefinition und erhöhe die Erfolgswahrscheinlichkeit der kommerziellen Validierungsbohrung erheblich.

MAXX LEMI: KI-Plattform als zweites Standbein

GLJ begleitet auch die Weiterentwicklung von MAXX LEMI, der unternehmenseigenen KI-Plattform. Das System kombiniert Seismikdaten, Bohrergebnisse und geologische Datensätze zu einem Targeting-Werkzeug für Naturwasserstoff-Entdeckungen weltweit — mit dem Anspruch, auf andere Explorationsbecken übertragbar zu sein.

Beim Canadian Hydrogen Convention in Edmonton Ende April belegte Max Power mit MAXX LEMI den zweiten Platz in der Kategorie „Digital Innovator“ — hinter Siemens. CEO Ran Narayanasamy kommentierte: „Das disruptive Potenzial von MAXX LEMI zeigt sich darin, dass die Plattform noch nicht einmal am Markt ist und trotzdem den zweiten Platz hinter Siemens belegt hat.“ In der Projektkategorie landete das Lawson-Projekt ebenfalls auf Rang zwei, diesmal hinter HTEC.

Kapital und Governance aufgestockt

Operativ hat das Unternehmen zuletzt mehrere Weichen gestellt. Eine abgeschlossene Kapitalerhöhung über 20,5 Millionen Dollar soll Folgearbeiten an Lawson, Bohrtests bei Bracken sowie neue Seismikdaten an weiteren Standorten finanzieren. Auf der Hauptversammlung im April wurde Tony Van Burgsteden in den Verwaltungsrat berufen — ein Finanzexperte mit jahrzehntelanger Erfahrung, unter anderem als CFO des Uranbergbauunternehmens Orano Canada und des Großhandelskooperativs FCL.

Die Aktie spiegelt die wachsende Aufmerksamkeit wider: Mit einem Plus von rund 152 Prozent seit Jahresbeginn und einem Kurs nahe dem 52-Wochen-Hoch von 0,99 Euro notiert das Papier deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Die annualisierte Volatilität von über 90 Prozent zeigt allerdings, wie spekulativ das Sentiment bleibt.

Entscheidend für die weitere Entwicklung wird die Bestätigungsbohrung Mitte 2026. Liefert sie kommerzielle Flusswerte, dürfte GLJs Ressourcenschätzung rasch an Bedeutung gewinnen — und die Diskussion über einen konkreten Produktionszeitplan beginnen.