Die Aktie von McDonald’s verbuchte gestern ein Plus von 2,5 % und ging bei 211,30 € aus dem Handel. Für die Aufwärtsbewegung am Donnerstag lag kein einzelner unternehmensspezifischer Auslöser vor.

Der jüngste Zuwachs fällt in eine herausfordernde Phase für den Systemgastronomie-Konzern. Vor allem rechtliche Vorwürfe um den Einsatz von Algorithmen sowie Diskussionen über Investitionskosten belasten die Stimmung. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 19 %.

Kartellvorwürfe um Menüpreise

Laut Reuters sieht sich McDonald’s mit einer vorgeschlagenen landesweiten Sammelklage konfrontiert. Dem Unternehmen wird darin zur Last gelegt, über ein KI-gestütztes Preissystem Menüpreise unzulässig koordiniert zu haben. Reuters berichtete gestern ergänzend, dass es sich bei dem Kartellrechtsverfahren um Klagebehauptungen handelt und bisher keine gerichtliche Feststellung vorliegt.

Der Konzern weist die Anschuldigungen zurück und bezeichnete die Vorwürfe als spekulativ. Filialbetreiber würden ihre Verkaufspreise weiterhin eigenständig festlegen, betonte McDonald’s. Der Rechtsstreit lenkt die Aufmerksamkeit dennoch auf die Preispolitik und sorgt für Verunsicherung unter den Anlegern.

Spannungen um Modernisierungskosten

Neben den rechtlichen Auseinandersetzungen steht auch das Verhältnis zu den Restaurantbetreibern im Fokus. Bloomberg berichtete am Dienstag, dass einige US-amerikanische Franchisenehmer Einwände gegen Modernisierungskosten erheben. Unter der mehrjährigen Restaurantinitiative fallen pro Standort Investitionen von mindestens 800.000 $ an.

Der Konzern versucht, den Partnern finanziell entgegenzukommen. Vor rund zwei Wochen stellte McDonald’s seine Strategie „McDonald’s > NEXT“ vor. Dieser Plan beinhaltet langfristige Unterstützungsleistungen für Franchisenehmer von rund 8,5 Milliarden $, wovon etwa 5 Milliarden $ bis 2030 vorgesehen sind. Die hohen Summen verdeutlichen die Anstrengungen, das Filialnetz modern zu halten, werfen bei Partnern aber Fragen zur Rentabilität auf.

Skepsis an der Wall Street

Die verhaltene Entwicklung im Heimatmarkt schlägt sich auch in den Einschätzungen von Analysten nieder. Bernstein senkte gestern das Kursziel für McDonald’s von 295 $ auf 250 $ und stufte den Titel weiterhin mit „Market Perform“ ein. Das Analysehaus begründete die Entscheidung mit einer geringen Visibilität beim US-Umsatzwachstum sowie einem bislang unbewiesenen Ertragspotenzial durch die NEXT-Speisekarte.

Auch KeyBanc reagierte auf das Umfeld und reduzierte am Dienstag das Kursziel von 305 $ auf 280 $, behielt die Einstufung „Overweight“ angesichts verhaltener Trends jedoch bei. Zudem verlangsamte sich Medienberichten zufolge das flächenbereinigte Umsatzwachstum im US-Geschäft.

Nach einer Schätzung des Analysehauses Placer.ai sanken die US-Besucherzahlen im zweiten Quartal 2026 um 4,5 %. Die Dynamik im operativen Geschäft bleibt damit vorerst der entscheidende Faktor für die weitere Kursentwicklung.