Die Skepsis der Analysten gegenüber McDonald’s nimmt spürbar zu. Gleich mehrere Analysehäuser stuften ihre Preiserwartungen für die Schnellrestaurantkette herab, da Gegenwind beim US-Geschäft und zögerliche Konsumenten das Wachstum belasten. Gestern reduzierte Christopher Carril von KeyBanc das Kursziel auf $280 nach zuvor $305, hielt jedoch an seiner Einstufung mit Overweight fest.

Bereits zu Wochenbeginn hatte Gregory Francfort vom Analysehaus Guggenheim sein Kursziel von $290 auf $250 gesenkt und seine neutrale Einstufung beibehalten. Francfort begründete den Schritt unter anderem mit schwächer als erwartet ausgefallenen US-Vergleichsumsätzen sowie einem langsameren weltweiten Filialwachstum.

Zudem verwies er auf höhere Reinvestitionen und die Notwendigkeit deutlicherer Belege dafür, dass die Franchisenehmer bei Rabattinitiativen und betrieblichen Verbesserungen mitziehen. Medienberichten zufolge passten auch andere Häuser ihre Erwartungen nach unten an und verwiesen auf ein verschärftes Wettbewerbsumfeld bei gleichzeitig strapazierten Verbraucherbudgets.

Vorwürfe um KI-gestützte Preisgestaltung

Zu den operativen Herausforderungen gesellt sich juristischer Druck. Am vergangenen Freitag reichten Kläger beim Bundesgericht in Chicago den Entwurf für eine landesweite Sammelklage ein. Der Vorwurf lautet, McDonald’s und seine Franchisenehmer hätten über ein KI-gestütztes System Menüpreise unzulässig miteinander abgestimmt und dafür nicht-öffentliche Daten genutzt.

Der Konzern wies diese Anschuldigungen umgehend zurück. Wie Reuters berichtete, bezeichnete McDonald’s die Vorwürfe als spekulativ und uninformiert. Das Unternehmen betonte, dass die jeweiligen Franchisenehmer ihre Verkaufspreise weiterhin vollkommen eigenständig festlegen.

Langfristige Ausrichtung und Börsenstand

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung zielt die Kette darauf ab, bis zum Jahr 2030 zusätzliche Marktanteile im Hähnchen- und Getränkebereich zu gewinnen. Der Konzern plant eine operative Marge im unteren bis mittleren 50-Prozent-Bereich sowie Effizienzgewinne auf Restaurantebene von rund 250 Basispunkten.

Gleichzeitig nutzt das Unternehmen lokale Initiativen zur Markenbindung, darunter die Verteilung von Pickle Boost, abgefülltem Gurkensud für Teilnehmer und Zuschauer rund um das Marathon-Wochenende in Chicago.

Am Markt spiegelt sich die angespannte Lage dennoch deutlich wider. Gestern ging die Aktie mit einem Schlusskurs von 206,70 Euro aus dem Handel. Damit summiert sich der Verlust seit Jahresanfang auf 21 Prozent, womit das Papier weiterhin in der Nähe des 52-Wochen-Tiefs von 203,80 Euro notiert.