Vor dem anstehenden Investorentag am kommenden Mittwoch steht die Führung von McDonald’s vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Die Unternehmensleitung will auf der Veranstaltung darlegen, wie sie den jüngsten Tempoverlust im US-Heimatmarkt beheben und zugleich die weltweite Expansion fortführen möchte. Der Konzern reagiert damit auf das schwächste US-Wachstum seit mehr als einem Jahr.
An der Börse hinterließ die operative Abkühlung deutliche Spuren. Im deutschen Handel ging das Papier am Freitag bei 216,20 Euro aus dem Markt, womit sich der Rückgang seit Jahresanfang auf 18 Prozent beläuft. Damit notiert die Aktie nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 215,00 Euro.
Zähes Ringen um preisbewusste Kunden
Medienberichten zufolge überarbeitet das Management die Strategie für preisgünstige Menüs grundlegend. Gemeinsam mit den Franchisenehmern soll in den kommenden Wochen ein längerfristiges Konzept ausgearbeitet werden, um Kunden mit schmalem Budget wieder verlässlicher in die Schnellrestaurants zu locken. Hohe Lebensmittel- und Personalkosten belasten die Branche spürbar, während einkommensschwache Haushalte ihre Ausgaben zunehmend einschränken.
Gleichzeitig verschärfen Wettbewerber wie Restaurant Brands International, Yum! Brands und Wendy’s den Konkurrenzkampf. Diese Konzerne drängen ebenfalls mit aggressiven Rabattangeboten auf den Markt, was die Margen im gesamten Schnellrestaurantsektor einengt.
Um der Zurückhaltung der Gäste entgegenzuwirken, setzt McDonald’s international zudem auf Aktionsangebote: Ab dem morgigen Dienstag startet in Großbritannien und Irland das Programm „World Menu Heist 2.0“, das Spezialitäten aus Ländern wie Deutschland, Kanada, Indien und Australien umfasst.
Getrennte Meinungen bei den Analysten
Kapitalrückflüsse an die Aktionäre bleiben ein wichtiger Pfeiler der Finanzpolitik. Das Board beschloss am vergangenen Donnerstag eine Anhebung der Quartalsdividende auf 1,93 US-Dollar je Aktie, nachdem am vergangenen Mittwoch die Ausschüttung von 1,86 US-Dollar ausgezahlt worden war. Der jüngste Schritt markiert allerdings den geringsten Zuwachs seit 2020.
Am Markt scheiden sich die Geister über das Erholungstempo. Analyst Eric Gonzalez von Seaport Research Partners startete die Einstufung der Aktie am vergangenen Mittwoch mit einer neutralen Beurteilung.
Deutlich optimistischer äußerte sich am selben Tag Analyst Peter Saleh von BTIG, der an seiner Kaufempfehlung festhielt und ein Kursziel von 350 US-Dollar ausrief. Welche Perspektive sich durchsetzt, dürfte wesentlich von den strategischen Antworten abhängen, die das Management am 23. September den Investoren präsentiert.
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