Der Fast-Food-Konzern McDonald’s bereitet sich auf eine wegweisende Neuausrichtung vor, um das Vertrauen der Anleger nach einem durchwachsenen zweiten Quartal zurückzugewinnen. Im Zentrum der Bemühungen steht der für den 23. September angekündigte Kapitalmarkttag.

Bei diesem Ereignis plant das Management, Details zur neuen Strategie unter dem Namen „NEXT“ vorzustellen. Diese soll als Katalysator dienen, um nach operativen Schwierigkeiten eine Neubewertung der Aktie an den Märkten zu erreichen.

Die Notwendigkeit für neue Impulse spiegelt sich auch im aktuellen Kursverlauf wider. Das Papier notiert derzeit bei 218,00 € und weist damit seit Jahresbeginn ein Minus von 17 % auf. Am heutigen Donnerstag markierte der Wert mit 217,20 € zudem ein neues 52-Wochen-Tief, womit die Aktie unter erheblichem Verkaufsdruck steht.

Personeller Neuanfang im US-Heimatmarkt

Bereits Anfang August hat das Unternehmen personelle Weichen gestellt, um das wichtige US-Geschäft zu stabilisieren. Skye Anderson übernahm mit Wirkung zum 4. August die Position als Präsidentin von McDonald’s USA.

Anderson blickt auf eine mehr als 26-jährige Karriere innerhalb des Konzerns zurück und trägt nun die Verantwortung für knapp 14.000 Restaurants in den Vereinigten Staaten. Sie folgt auf Joe Erlinger, der sich nach über zwei Jahrzehnten im Unternehmen, davon fast sieben Jahre an der Spitze des US-Segments, für ein Ausscheiden entschieden hat.

Dieser Wechsel erfolgt in einer Phase, in der das US-Geschäft zwar noch wächst, aber erste Risse zeigt. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres stiegen die flächenbereinigten Umsätze in den USA lediglich um 0,8 %. Problematisch werteten Beobachter dabei vor allem die Tatsache, dass dieser Zuwachs bei gleichzeitig sinkenden Besucherzahlen zustande kam.

Bilanzzahlen und angepasste Wachstumsziele

Die finanziellen Ergebnisse für das zum 30. Juni beendete Quartal fielen zweigeteilt aus. Während McDonald’s beim bereinigten Gewinn pro Aktie mit 3,38 US-Dollar die Erwartungen von 3,35 US-Dollar leicht übertreffen konnte, blieb der Gesamtumsatz mit 7,099 Milliarden US-Dollar hinter den Schätzungen zurück.

Die Prognose für den positiven Effekt durch Wechselkurse wurde für das Gesamtjahr von zuvor 0,20 bis 0,30 US-Dollar auf nun 0,15 US-Dollar pro Aktie gesenkt.

Zudem korrigierte der Konzern seine langfristigen Expansionspläne. Das Ziel, eine Marke von weltweit 50.000 Restaurants zu erreichen, wurde zeitlich nach hinten verschoben. Statt wie ursprünglich geplant im Jahr 2027, peilt das Management diesen Meilenstein nun für das Jahr 2028 an.

Operative Akzente und kontinuierliche Dividende

Trotz der strategischen Anpassungen setzt McDonald’s im Tagesgeschäft auf bewährte Werbemaßnahmen und Produktaktionen. So kehrten am 1. September die „Spicy Chicken McNuggets“ für begrenzte Zeit in das landesweite Angebot der US-Filialen zurück. Am kommenden Dienstag startet zudem eine Kooperation mit den Marken SpongeBob und One Piece für das Happy-Meal-Sortiment, um die Kundenfrequenz in den Restaurants wieder zu steigern.

Für einkommensorientierte Anleger bleibt die Ausschüttungspolitik eine verlässliche Komponente. Das Board of Directors hat bereits eine Quartalsdividende von 1,86 US-Dollar je Stammaktie beschlossen.

Die Auszahlung erfolgt am kommenden Mittwoch, dem 16. September, an jene Aktionäre, die zum Handelsschluss am 1. September als Anteilseigner registriert waren. Der nächste Fokus des Marktes liegt nun auf dem 22. Oktober, wenn McDonald’s die Zahlen für das laufende dritte Quartal vorlegen wird.