Während McDonald’s in Chicago frische Führung für den Heimatmarkt präsentiert, bleibt das eigentliche Problem ungelöst: Amerikanische Kunden halten weiter ihr Geld zusammen. Die Kombination aus Personalwechsel und Quartalszahlen liefert damit ein zwiespältiges Bild.

Im zweiten Quartal legte der vergleichbare Umsatz in den bestehenden US-Restaurants nur um 0,8 Prozent zu — Analysten hatten mehr erwartet. Zwar gaben Gäste pro Mahlzeit etwas mehr aus, dafür kamen weniger Besucher. Die Reaktion an der Börse fiel dennoch positiv aus: Die Aktie legte im frühen US-Handel knapp zwei Prozent zu.

Konzernweit lief es besser. Der Umsatz stieg auf 7,1 Milliarden Dollar, ein Plus von vier Prozent. Der Überschuss kletterte um fünf Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie lag bei 3,32 Dollar. Stärkere Impulse kamen aus Deutschland, Australien, Großbritannien und Japan, während der vergleichbare Absatz in China zurückging.

Sparmenüs sollen die Trendwende bringen

Nachdem der Konzern jahrelang auf höherpreisige Burger-Angebote gesetzt hatte, baut er nun auch in den USA das Sparmenü-Angebot aus. Die gestiegenen Ausgaben für Lebensmittel und Sprit lassen viele Kunden bei Restaurantbesuchen genauer rechnen — ein Trend, den McDonald’s mit günstigeren Optionen auffangen will.

Parallel zu den Zahlen kündigte der Konzern einen Wechsel an der Spitze des US-Geschäfts an. Skye Anderson übernimmt mit sofortiger Wirkung als Präsidentin von McDonald’s USA und verantwortet damit knapp 14.000 Restaurants im größten Markt des Konzerns. Die 26-jährige McDonald’s-Veteranin war zuletzt als Chief Operating Officer für die USA tätig und löst Joe Erlinger ab, der nach mehr als zwei Jahrzehnten im Unternehmen und knapp sieben Jahren an der US-Spitze das Unternehmen verlässt.

Konzernchef Chris Kempczinski begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, im größten Markt „Fokus und Dringlichkeit“ in die laufende Wachstumsstrategie zu bringen. Ob Anderson das US-Geschäft aus der Wachstumsflaute führt, dürfte sich in den kommenden Quartalen an genau jener Kennzahl zeigen, die aktuell schwächelt: dem vergleichbaren Umsatz im Heimatmarkt.