McDonald’s steuert auf einen der wichtigsten Termine des Sommers zu. Am kommenden Dienstag, den 4. August, legt der Fast-Food-Konzern vor Börseneröffnung seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie zwischen 3,33 und 3,34 US-Dollar, ein Plus von 4,4 bis 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Beim Umsatz rechnet der Konsens mit 7,14 bis 7,16 Milliarden US-Dollar, ebenfalls ein moderates einstelliges Wachstum.

Im ersten Quartal hatte McDonald’s die Erwartungen beim Gewinn übertroffen: 2,83 US-Dollar je Aktie standen einer Konsensschätzung von 2,77 US-Dollar gegenüber, ein Übertreffen um gut zwei Prozent. Beim Umsatz von 6,52 Milliarden US-Dollar verfehlte der Konzern die Prognose knapp. Die Aktie reagierte auf die Zahlen kaum spürbar.

Rindfleisch und sparsame Kunden als Belastungsfaktoren

Die Nachrichtenlage vor dem Bericht ist gemischt. Der Vermögensverwalter Carillon Eagle Growth & Income Fund verweist auf steigende Rindfleischpreise als Belastung für die Aktie – ausgelöst auch durch den Schädling New World Screwworm, der die Rinderbestände in Nordamerika unter Druck setzt. Werteorientierte Angebote von McDonald’s federten den Effekt zwar teilweise ab, das einkommensschwächere Kundensegment bleibe aber unter Druck. Diese Einschätzung deckt sich mit der Analyse des Analysehauses KeyBanc, das für die USA nur ein Wachstum der vergleichbaren Filialumsätze von 0,5 Prozent erwartet – deutlich unter dem Marktkonsens von 1,1 Prozent. Die Diskrepanz gilt als Signal dafür, dass die Kaufzurückhaltung einkommensschwacher Haushalte stärker durchschlägt als bislang angenommen.

Mehrere Analysehäuser haben ihre Kursziele bereits vor den Zahlen gesenkt. UBS reduzierte sein Ziel von 365 auf 340 US-Dollar, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Ähnlich vorsichtig positionierten sich weitere Häuser mit Zielanpassungen in einer Spanne zwischen 320 und 350 US-Dollar. Trotz der Kürzungen bleibt der Analystenkonsens bei „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 333 US-Dollar.

Institutionelle Investoren stocken auf

Nicht alle Marktteilnehmer zeigen sich zurückhaltend. Quantinno Capital Management erhöhte seine McDonald’s-Position im ersten Quartal um 33,5 Prozent auf gut 523.000 Aktien. Die Aufstockung fällt in eine Phase, in der die Aktie zeitweise nahe ihrem 52-Wochen-Tief notierte – ein Kontrapunkt zur Skepsis vieler Analysten. Für einkommensorientierte Anleger bleibt zudem die Dividendenhistorie ein Argument: McDonald’s zahlt aktuell 1,86 US-Dollar je Quartal und hat die Ausschüttung nach eigenen Angaben 50 Jahre in Folge erhöht.

Kursbild bleibt angeschlagen

Im deutschen Handel schloss die McDonald’s-Aktie gestern bei 239,40 Euro, ein Plus von 0,55 Prozent zum Vortag. Damit bewegt sich das Papier fast exakt auf Höhe seines 50-Tage-Durchschnitts, der Abstand beträgt lediglich 0,19 Prozent – ein Zeichen für eine kurzfristige Stabilisierung nach schwächeren Wochen. Vom 52-Wochen-Hoch trennen die Aktie jedoch weiterhin knapp 18 Prozent. Der bevorstehende Quartalsbericht dürfte zeigen, ob die Stabilisierung trägt oder ob die strukturellen Belastungen durch Rindfleischpreise und ein gespaltenes Konsumklima die nächste Kursbewegung diktieren.