Vor dem mit Spannung erwarteten Investor Day am 23. September in Chicago wächst der Druck auf den Fast-Food-Giganten McDonald’s. Die Analysten von RBC Capital senkten gestern ihr Kursziel für das Papier von 295 auf 290 US-Dollar und bestätigten die Einstufung „Sector Perform“.

Im Zentrum der Sorge stehen schwächelnde Gastzahlen im US-Heimatmarkt und eine erst für das erste Quartal 2027 erwartete Beschleunigung der flächenbereinigten Umsätze. Die Aktie spiegelt diese Skepsis wider und verlor am gestrigen Dienstag 1,8 Prozent auf einen Schlusskurs von 219,10 Euro.

Strategie-Update unter Beobachtung

Am kommenden Mittwoch will McDonald’s in Chicago seine „NEXT-Strategie“ sowie neue Finanzziele bis 2030 präsentieren. Anleger erhoffen sich Klarheit über den künftigen Expansionskurs, nachdem das ambitionierte Ziel von 50.000 Restaurants zuletzt auf das Jahr 2028 verschoben wurde. Ein wesentlicher Bestandteil der Pläne ist laut Medienberichten der Rollout von „ArchIQ“, einem System zur Optimierung betrieblicher Abläufe.

RBC Capital bleibt trotz der langfristigen Ambitionen kurzfristig vorsichtig. Zwar notiert der Titel derzeit mit einem deutlichen Abschlag von 25 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch, doch fundamentale Impulse für eine Trendwende fehlen bislang.

Die Analysten verwiesen darauf, dass die Erholung der Markenattraktivität und die Rückkehr zu einem stabilen Wachstum der vergleichbaren Umsätze (Same-Store-Sales) mehr Zeit in Anspruch nehmen dürften als ursprünglich gehofft.

Preiskampf und schwache Kundenfrequenz

Das abgelaufene zweite Quartal 2026 verdeutlichte die aktuellen Herausforderungen im operativen Geschäft. Während die globalen vergleichbaren Umsätze lediglich um 1,3 Prozent stiegen — ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 3,8 Prozent —, meldete der Konzern für die USA sogar negative Gastzahlen. CEO Kempczinski bezeichnete das Vierteljahr als ein „schlechtes Ausführungsquartal“. Ein Drittel der US-Filialen habe zudem die Vorgaben zum Value-Pricing ignoriert, was die Positionierung im hart umkämpften Marktumfeld erschwert habe.

Als Reaktion bewirbt McDonald’s derzeit zeitlich begrenzt ein Big-Mac-Menü für 8 US-Dollar. Diese Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund massiv gestiegener Lebenshaltungskosten der Konsumenten, während gleichzeitig die Betriebskosten steigen. Die angespannte Lage der US-Verbraucher zeigt sich auch an der Börse: Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus der McDonald’s-Aktie bereits auf 16 Prozent.

Digitalisierung und Delivery als Wachstumstreiber

Trotz der kurzfristigen Probleme im stationären Geschäft forciert der Konzern den digitalen Wandel. Das globale Delivery-Geschäft steuert bereits rund 20 Milliarden US-Dollar zu den systemweiten Verkäufen bei und ist mittlerweile in 90 Prozent der weltweiten Restaurants verfügbar. Bis Ende 2027 verfolgt das Management das Ziel, 30 Prozent dieser Lieferbestellungen über die hauseigene App abzuwickeln, um die Kundenbindung zu stärken und Daten direkter auswerten zu können.

Medienberichten zufolge könnten die Umsätze durch die digitale Transformation bis 2029 auf über 31 Milliarden US-Dollar steigen. Für Anleger bleibt jedoch entscheidend, ob diese langfristigen Wachstumshoffnungen die aktuelle operative Schwäche im US-Kernmarkt kompensieren können.

Der Strategietag in der kommenden Woche wird zeigen müssen, ob das Management konkrete Wege aufzeigen kann, um die Gastzahlen schneller als bisher prognostiziert zu stabilisieren.