Die Aktie beendete damit eine Phase erheblichen Drucks, in deren Verlauf sie am Mittwoch ein neues 52-Wochen-Tief bei 230,40 € markiert hatte. Mit einem Schlusskurs von gestern 238,90 € konnte sich der Titel wieder stabilisieren. Aktuell notiert das Wertpapier mit einem Abstand von 3,69 % über dem erst kürzlich erreichten Jahrestiefstand, während der Markt gespannt auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal wartet.
Gegenwind durch Analysten und Abnehmspritzen
Die jüngste Schwächephase wurde maßgeblich durch eine kritische Einschätzung von Redburn Atlantic beeinflusst. Das Analysehaus stufte McDonald’s von „Buy“ auf „Sell“ herab und verwies dabei auf die potenziellen Auswirkungen von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion. Laut den Experten könnten diese Präparate zu einem Rückgang von jährlich etwa 28 Millionen Kundenbesuchen führen, was rechnerisch einem Umsatzverlust von rund 482 Millionen US-Dollar entspräche.
Parallel dazu passten weitere Institute ihre Erwartungen an. Die Citigroup senkte ihr Kursziel für die Aktie von 375 US-Dollar auf 335 US-Dollar, hielt jedoch an ihrer Kaufempfehlung fest. Auch Morgan Stanley korrigierte das Ziel leicht nach unten und nennt nun 322 US-Dollar statt zuvor 331 US-Dollar. Trotz dieser Anpassungen wird der Wert von einer Mehrheit der Analysten weiterhin positiv eingeschätzt: Der Konsens weist aktuell 15 Kauf- und 13 Halte-Empfehlungen auf.
Strategische Neuausrichtung im Management
Inmitten des volatilen Marktumfelds treibt McDonald’s seine personelle und strategische Neuausrichtung voran. Das Unternehmen ernannte Ugwechi Amadi zur neuen Senior Vice President und Chief Strategy Officer. Amadi, die zuvor Führungspositionen bei Nike und LIV Golf innehatte, tritt die Nachfolge von Emily Reasor an. Zu ihren Kernaufgaben gehört die Umsetzung der „NEXT“-Strategie, die einen verstärkten Fokus auf Servicequalität, technologische Innovationen und die Modernisierung der Standorte legt.
Ein Teil dieser Strategie umfasst auch die Erweiterung des Menüangebots, um die Kundenfrequenz zu steigern. In den USA führt die Kette im Juli neue Frühstücksprodukte wie den „Honey Brown Butter Chicken Biscuit“ ein. Dies ist eine Reaktion auf das veränderte Konsumverhalten, da laut Daten von UBS der Anteil der US-Kunden, die McDonald’s ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen, von etwa 55 % im Jahr 2020 auf rund 40 % im laufenden Jahr gesunken ist.
Fokus auf das zweite Quartal und Insiderverkäufe
Marktteilnehmer blicken nun auf den Termin Anfang August, an dem der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal vorlegen wird. Analysten erwarten hierbei einen Umsatz von 7,14 Milliarden US-Dollar und ein Ergebnis je Aktie (EPS) von 3,33 US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 6,52 Milliarden US-Dollar gemeldet, was einer Steigerung von 9,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. Das EPS lag in diesem Zeitraum bei 2,83 US-Dollar und übertraf damit die Prognosen leicht.
Neben den operativen Zahlen rückten zuletzt auch Transaktionen aus der Führungsebene in den Fokus. Innerhalb der vergangenen 90 Tage verkauften Insider insgesamt 8.681 Aktien im Gesamtwert von etwa 2,46 Millionen US-Dollar. Unter den Verkäufern waren Joseph Erlinger, der 5.252 Anteile veräußerte, sowie Desiree Ralls-Morrison mit einem Verkauf von 2.763 Aktien. Ungeachtet dieser Verkäufe schüttet McDonald’s weiterhin eine Quartalsdividende von 1,86 US-Dollar je Aktie aus, was auf das Jahr hochgerechnet einer Rendite von 2,8 % entspricht.
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