Der Schweizer Medizintechnikspezialist Medartis blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurück und reagiert auf die dynamische Geschäftsentwicklung mit einer Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr.

Getrieben durch eine starke Nachfrage in den USA und die erfolgreiche Integration jüngster Zukäufe konnte das Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch bei der operativen Profitabilität deutlich zulegen. Am Aktienmarkt lösten die Zahlen eine positive Reaktion aus: Das Papier notiert heute bei 93,90 CHF, was einem Zuwachs von 7,2 % entspricht.

Zweistelliges Wachstum durch starke US-Nachfrage

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 steigerte Medartis den Umsatz auf 160,8 Millionen CHF. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Plus von 30,7 % in der Berichtswährung. Medienberichten zufolge resultiert ein wesentlicher Teil dieses Zuwachses aus dem organischen Wachstum, das bei 17,0 % lag. Den restlichen Beitrag von 24,3 Millionen CHF lieferten die Akquisitionen von NeoOrtho und KeriMedical.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft auf dem US-amerikanischen Markt. Dort verzeichnete das Unternehmen ein organisches Wachstum von 27,4 %. Auch in der Region EMEA zeigten einzelne Länder Zuwachsraten von rund 20 %. In Lateinamerika legte der Umsatz organisch um 9,6 % zu, während die Region APAC ein Plus von 5,5 % beisteuerte.

Parallel zur geografischen Expansion treibt das Unternehmen technologische Innovationen voran. So wurde kürzlich die Übernahme von CADskills abgeschlossen, einem belgischen Spezialisten für patientenspezifische Implantate und Titan-3D-Druck. Zudem wurde die Medartis Holding AG mit dem Swiss Medtech Award 2026 ausgezeichnet.

Operative Fortschritte und bereinigte Profitabilität

Neben der Umsatzsteigerung verbesserte Medartis auch seine Ertragskraft deutlich. Das Kern-EBITDA stieg auf 28,8 Millionen CHF, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 21,77 Millionen CHF erzielt worden waren. Die entsprechende Kern-EBITDA-Marge erreichte damit einen Wert von 18,0 %. Beim Kern-Nettogewinn gelang der Turnaround: Nach einem Verlust von 0,4 Millionen CHF im Vorjahr steht nun ein Gewinn von 7 Millionen CHF in den Büchern.

Trotz der positiven Ergebnisentwicklung bleibt die Cashflow-Situation vorerst angespannt. Der Free Cash Flow lag im ersten Halbjahr bei minus 10 Millionen CHF. Ursächlich hierfür sind unter anderem Investitionen (CapEx) in Höhe von 18 Millionen CHF.

Wie das Unternehmen mitteilte, werden für die zweite Jahreshälfte Investitionen in ähnlicher Größenordnung erwartet. Eine signifikante Verbesserung des freien Cashflows wird erst für den Zeitraum zwischen 2027 und 2028 prognostiziert.

Strategische Expansion und erhöhter Ausblick

Aufgrund der starken operativen Dynamik am 18. August korrigierte die Geschäftsführung ihre Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben. Das Ziel für das organische Umsatzwachstum wurde auf eine Spanne von 17 % bis 19 % angehoben.

Zuvor war das Unternehmen von einem moderateren Wachstum ausgegangen. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie bleibt der US-Markt. Hier wurde die Zielmarke für das sogenannte US-TOUCH-Programm von ursprünglich 1.200 auf nun 1.800 Fälle im Jahr 2026 erhöht.

Anleger honorierten die Strategieanpassung und die operative Wende. Mit dem aktuellen Kurssprung rückt die Aktie wieder näher an ihre bisherigen Höchststände heran. Das aktuelle Niveau von 93,90 CHF liegt lediglich 3,6 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 97,40 CHF.

Gleichzeitig notiert der Wert deutlich über technischen Unterstützungslinien, etwa 11 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 84,27 CHF. Die Zustimmung der Aktionäre zu den Vorschlägen des Verwaltungsrats auf der Generalversammlung im April unterstrich bereits das Vertrauen in den eingeschlagenen Wachstumskurs.