Medicare könnte die Erstattungsregeln für Herzklappenersatz per Katheter grundlegend lockern. Das trifft Medtronic direkt — und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie noch weit von ihren alten Hochs entfernt ist.
Was CMS plant
Die US-Gesundheitsbehörde CMS hat am 15. Juni 2026 einen Vorschlag veröffentlicht, der den Zugang zu TAVR — dem kathetergestützten Aortenklappenersatz — deutlich vereinfachen würde. Bisher gilt für diese Behandlung eine sogenannte Coverage-with-Evidence-Development-Auflage. Das bedeutet: Patienten dürfen nur im Rahmen klinischer Studien behandelt werden, um Medicare-Erstattung zu erhalten.
Der neue Vorschlag würde diese Hürde für Patienten mit symptomatischer schwerer Aortenstenose streichen. Außerdem soll TAVR künftig auch bei asymptomatischer schwerer Aortenstenose erstattet werden — allerdings weiterhin unter Studienbedingungen. Ferner will CMS die Anforderungen an Operateure und Krankenhausvolumina überarbeiten.
Für Medtronic relevant ist das Evolut-Produktportfolio. Die Systeme Evolut PRO+, Evolut FX und Evolut FX+ sind genau für jene Patientengruppe zugelassen, die CMS im Blick hat. Entscheidend ist dabei, dass die CMS-Sprache die Erstattung an FDA-zugelassene Indikationen knüpft. Der Rückenwind wirkt also dort am stärksten, wo Produktzulassung und Erstattungsrahmen deckungsgleich sind.
Noch kein Beschluss
Final ist nichts. Die zweite öffentliche Kommentierungsphase läuft seit dem 15. Juni 2026. Als voraussichtliches Abschlussdatum für die nationale Erstattungsanalyse nennt CMS den 13. September 2026.
Analysten sehen in dem Vorschlag dennoch ein positives Signal für den gesamten TAVR-Markt. Fallen die Zugangshürden, könnten die Eingriffszahlen steigen — davon würden strukturelle Herzprodukte branchenweit profitieren.
Aktie unter Druck, aber mit Erholung
Die Medtronic-Aktie notiert aktuell bei 70,06 Euro. Auf Jahressicht liegt das Papier rund 15 Prozent im Minus und damit noch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 79,10 Euro. Immerhin: Seit dem Zwölf-Monats-Tief Anfang Juni hat sich die Aktie um gut elf Prozent erholt.
Das operative Fundament ist dabei nicht schwach. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Medtronic einen weltweiten Umsatz von 9,807 Milliarden US-Dollar — ein Plus von knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Cardiovascular-Portfolio wuchs mit 13,8 Prozent besonders stark auf 3,797 Milliarden Dollar. Structural Heart & Aortic legte organisch im niedrigen einstelligen Bereich zu.
Ob der CMS-Vorschlag den Kurs nachhaltig stützt, entscheidet sich am 13. September. Dann wird klar, ob die gelockerten Erstattungsregeln tatsächlich in Kraft treten — und ob Medtronic das breitere Marktpotenzial in Umsatz ummünzen kann.
Medtronic-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Medtronic-Analyse vom 17. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Medtronic-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Medtronic-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Medtronic: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


