Die Aktie von Medtronic verzeichnet am heutigen Donnerstag einen deutlichen Kursanstieg. Das Papier legt um 2,2 Prozent auf 78,26 Euro zu. Medienberichten zufolge begründeten Marktbeobachter das Kaufinteresse mit der Aussicht auf eine Vereinfachung des Konzernportfolios. Parallel zu dieser Entwicklung rückten in den vergangenen Tagen neue Resultate aus den klinischen Entwicklungsprogrammen in den Mittelpunkt.
Langzeitdaten bei urologischen Therapien
Am Dienstag meldete das Medizintechnikunternehmen neue Ergebnisse aus der klinischen Forschung. Die explorative TITAN-2-Studie zeigte über einen Zeitraum von 24 Monaten eine anhaltende Reduktion von Nykturie-Episoden beim Einsatz des Altaviva-Systems. Die Therapie zielt darauf ab, die Häufigkeit des nächtlichen Harndrangs bei betroffenen Patienten spürbar zu senken.
Um die klinische Evidenz für das Verfahren weiter zu vertiefen, ernannte Medtronic Ariana L. Smith zur nationalen leitenden Prüfärztin für die anstehende ENDURANCE-Nachzulassungsstudie. Zeitgleich vereinbarte der Konzern eine Aufklärungspartnerschaft mit der American Urogynecologic Society, um die Wahrnehmung der entsprechenden Behandlungsansätze in der Fachwelt zu fördern.
Fortschritte bei Gefäßtherapien und Vergütung
Die urologischen Daten ergänzen weitere klinische Erkenntnisse aus dem Portfolio für Gefäßerkrankungen. Am 3. Oktober hatte Medtronic über 24-Monats-Resultate der VenaSeal-Spectrum-Studie berichtet. Bei der Behandlung venöser Geschwüre erzielte das System eine Abheilungsrate von 88,1 Prozent.
Parallel dazu verbesserte sich die Basis für die Kostenerstattung im US-Gesundheitswesen. Die Kostenübernahme für VenaSeal deckt mittlerweile 96 Prozent der über private Träger und das staatliche Medicare-Programm versicherten Personen in den USA ab.
Einen weiteren Schritt für die langfristige Abrechnung vollzog die American Medical Association: Die Organisation genehmigte am 1. Oktober neue Kategorie-I-Abrechnungscodes für Altaviva sowie für das renale Denervierungssystem Symplicity Spyral, die mit Wirkung ab Januar 2028 in Kraft treten.
Portfolioumbau und chirurgische Zulassungen
Auf Unternehmensebene treibt der Konzern die Bereinigung seiner Strukturen voran. Am 7. Oktober legte Medtronic das endgültige Umtauschverhältnis für den Split-off der MiniMed-Sparte fest. Aktionäre erhalten für jede angediente Medtronic-Aktie 4,5939 Anteile an MiniMed. Das Angebot umfasst bis zu 225.361.295 MiniMed-Aktien und läuft Ende des 9. Oktober aus. Bei einer Überzeichnung können weitere 27.452.053 Aktien einbezogen werden.
Zudem stärkte das Unternehmen seine chirurgische Produktpalette. Die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte gestern die 510(k)-Freigabe für navigierte ApexCut-EM-Klingen für Operationen an den Nasennebenhöhlen. Nach geplanten Aktualisierungen der Navigationssoftware sollen erste klinische Eingriffe in den USA im weiteren Verlauf dieses Jahres stattfinden.
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